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bericht yvonne
arzt: dr. tarfusser

 

 

Geschrieben von Yvonne am 20. Februar 2004

Hallo zusammen,

Ich bin bald 25 Jahre alt und komme aus der Schweiz. Ich habe mich der

ETS bei Dr. Tarfusser operieren lassen, als ich 19 Jahre alt war und

muss im Nachhinein sagen, es war ein Fehler. Ich litt seit dem ca. 16.

Lebensjahr vorallem in der Schule unter starkem Erröten, wenn ich der

Klasse quasi ausgeliefert war und Vorträge halten musste, aber auch bei

nur einfachen Antworten, Vorlesen und Mitmachen im mündlichen Unterricht

traf es mich immer. Ich litt zudem unter Hyperhidrose und das tue ich

auch heute noch, nur ist das nicht mehr ganz so schlimm. Für mich waren

diese 3 Jahre in der Lehre wohl die schlimmsten in meinem Leben, aus

meiner Verzweiflung heraus informierte ich dann auch meine Eltern, die

bis anhin nichts bemerkten(da ich mich zu Hause wohl fühlte und

wahrscheinlich das Problem daher nicht auftrat). An Suizid hätte ich

aber nie gedacht, ich bin ein sehr kämpferischer Mensch und auch wenn

das jetzt vielleicht überheblich tönt, nachdem, was ich alles sonst noch

privat durchgemacht hatte(Scheidung der Eltern, als ich 18 Jahre alt

war, totale Auseinseiterin in der Oberstufenschule, die keine Kollegin

hatte), entschloss ich mich zu kämpfen und einen Weg für mich zu finden.

Als ich eigentlich in der Lehre das Gefühl hattte, sozial gut

aufgenommen zu werden in der Klasse und auch respektiert zu werden, fing

das Ganze mit dem Erröten und starkes Achselschwitzen an. Evtl. habe ich

mich selber so unter Druck gesetzt, jetzt mal eine starke Person

abzugeben und von den Anderren angesehen zu werden, dass ich hypernervös

im Schulbank sass. Meine damalige Kollegin fiel mir plötzlich komisch

auf, als sie öfters im Unterricht errötete bei Fragen des Lehrers etc.

Irgendwie, fragt mich nicht wie, aber genau von diesem Zeitpunkt an,

nahm ich dieses Verhalten von ihr auf und übernahm es sehr stark. Ich

kannte auf einmal ein eckliges Gefühl, wie Ihr es wohl alles selber

hasst: Das Erröten! Ich blieb sehr tapfer, war wohl eine der wenigsten,

die mündlich sich immer noch so beteiligten im Unterricht. Ich wurde

eigentlich nur einmal darauf angesprochen, so quasi: Jetzt wird sie dann

gleich wieder rot, sagte einmal ein Mitschüler. Ich habe mich total tief

geschämt, etwas vom Fiesesten wurde mir angetan, aber wer es selbst nie

erlebt hat, weiss auch nicht, wie es ist.

Wenn ich lange draussen war im Winter (von meiner Freizeitbeschäftigung

her fast jeden Tag) war ich ca. 2h mind. knalltrot, wenn ich nach Hause

in die Wärme kam und konnte nichts abmachen, da ich mich nicht getraute.

Mein Handicap versuchte ich mit Bachblüten wegzukriegen, war in

Beratung, war auch vor ca. 1 Jahr in Beratung nicht nur deswegen, aber

die Psychotherapeutin konnte mir betreffend des Erröten keine grosse

Hilfe leisten. Ich versuchte nochmals Bachblüten aus, Limulus und Larch

waren drin, (wenn jmd. die genaue Mischung braucht, ich könnte sie

nachsehen) und fühlte mich wirklich besser, aber errötete doch manchmal

noch, vorallem als ich mal einen Vortrag halten musste letzten Sommer.

Zurück zur Jugend: Eben, als ich kurz vor Lehrabschluss stand, mit 19

Jahren, entschloss ich nach langem Ueberreden meiner Eltern und

selbständiger Finanzierung zu Dr. Tarfusser in Meran zu gehen. Die OP

verlief gut, man behandelte meine Achselhöhlen noch mit Botux gegen die

Hyperhidrose. Dies verhalf nicht, nach ein paar Wochen ging ich nochmals

nach Meran, er spritzte mir das Ganze nochmals rein und ich musste zwar

die Behandlung nicht bezahlen, aber das Material, ca. CHF450.00. Ueber

die OP etc. weiss ich nicht mehr allzuviel, aber dass ich seit dort oft

ein Taubheitsgefühlt habe, manchmal nichht sehr aufmerksam bin und das

Erröten wieder habe!!!!!!! Zum Glück habe ich keine Schäden von der OP

her, so wie andere hier! Also, habe ca. 1 Monat lang nach der OP

Vorträge gehalten und war total begeistert: Das Erröten war weg, dafür

total trockene Hände(das wäre ja ok. , das wäre ja nichts gegen das

Handicap erröten), ich war mich selbst in der SChule, total cool! Was

ich eigentlich bin, ein aufgeschlossener kommunikationsfreudiger Mensch,

der sich aber oft dann doch nicht getraut, weil er vor dem Erröten Angst

hat.

Ca. 1 monat danach, die Schule war fertig, fing es wieder an, und nun

stehe ich wieder am gleichen Ort wie vor der ETS. Ich habe mit Herrrn

Dr. Tarfusser tel., er sagte, ob die eine Backe schneller oder stärker

erröte? Ich sagte: Ja, die rechte, aber die linke wird es

trotzdem auch noch. Ich habe aber seit den ca. 6 Jahren dann keinen

Kontakt mehr mit ihm gehabt, ich wollte nicht noch mehr Ganglien

durchtrennen und ein grosses Risiko eingehen. Das Botux hat übrigens

auch nie funktioniert.... Auch wenn er sehr nett scheint, das

Risiko und die Kosten etc. sind hoch und ein Erfolg nicht garantiert,

wie man sieht.

Wir sollten uns von OP's abwenden und erst mit natürlichen Methoden, die

viel billiger sind, keine Gesundheit schädigen und Sofortmassnahmen

darstellen können beschäftigen, bevor man so ein grosses Risiko eingeht,

mit dem viel Geld gemacht wird.

Ich denke, die Mischung mit Bachblüten, die auf die Psyche wirkt und

weniger hemmt und das Magnesium können eine gute Alternative sein. In

Psychotherapien gehe ich nicht mehr, ich denke, es muss von innen was

passieren, der Körper hat wirklich irgendwo ein Manko, wenn so was

passiert.

Ich wünsche Euch allen alles Gute und ich hoffe, dass Euch mein Bericht

etwas helfen kann, versucht es erst mit Vernunft! Glaubt an Euch

selber, was nämlich das Erröten anzeigt, ist, dass Ihr extrem sensible

Menschen sind, die in der heutigen Gesellschaft vielleicht nicht mehr

häufig anzutreffen sind. Ich selber kann von mir sagen, dass ich

zwischenmenschliche Spannungen extrem schnell bemerke und Leute extrem

gut einschätzen kann, mein Feingefühl ist eine Gabe, die ich nicht so

schnell hergeben möchte. Seht das Positive an Euch selber, Ihr habt

davon nämlich evtl. sogar viel mehr als andere Menschen und ich selber

weiss, dass ich trotz des Handicaps geschätzt werde und die Leute, die

mich lieben, lieben mich so, wie ich bin!!!!! Die Anderen sind es nicht

wert, ok.?!

Liebe Grüsse aus der Schweiz

Yvonne
 


update von Yvonne am 25.02.04
 

Hallo zusammen,

Ich melde mich nochmals zurück und bin jetzt auch seit ca. 2-3 Wochen

hochdosiertes organisches Magnesium

am Einnehmen und habe eine deutliche Verbesserung des Ery gespürt. Wenn ich

nur mit einer Person spreche (natürlich vor allem männlich war das Problem)

werde ich nicht mehr rot, auch wenn das Gespräch sehr intim wird und ich

hatte sogar schon zwei Blinddates, die ich mich früher nie getraut hätte

zu machen. Ich hatte gestern einen kleinen Rückschlag in der Abendschule,

ich war eine neue Teilnehmerin und wurde glaube ich rot unter den 6 leuten (eine

für mich schon recht schwierige Situation, 6 Leute am Tisch und sehr nahe

bei mir und ich musste vor allen sprechen...). Aber als ich nach ca. 20 minuten

zu Hause ankam, war von der Röte nichts mehr zu sehen (die Röte hielt früher

immer mind. 1h an, wenn ich stark errötete) daher nehme ich an, dass das

Erröten nicht so stark wie früher war, oder es schneller verschwindet natürlich

durch das Magnesium das ich zu mir nehme.

Uebrigens habe ich von der Operation her keine Schäden, ausser dem Taubheitsgefühl

ab und zu und dass ich nun bei einigen Früchten (z.B. Aepfel, Orangen etc.)

stark anfange zu schwitzen speziell an der Stirne, was von Herrn Dr. Tarfusser

damals auch gesagt wurde.

Ich werde mich noch nicht unterkriegen lassen und das Magnesium weiterhin

hochdosiert (600 mg im Tag) einnehmen, ich habe das von

der Firma Verla in der Schweiz leider nicht erhalten und nehme im Moment

noch Allsan Magnesium + Vitam B6 (gut für die Nerven angeblich), hat Aspartat

und Orotat drin, also organisches, das besser aufgenommen wird. Ich habe

aber im deutschen Shop von der Firma Verla jetzt letzthin gerade 2 Packungen
 
von diesem bestellt aus Deutschland und versuche es auch mal aus.

Liebe Leute, ich möchte Euch ermutigen, dass es noch andere Wege gibt,

mit ein wenig Geduld denke und hoffe ich sehr,

dass man auf einem gesunden Weg zu dem Ziel kommt. Ich glaube

fest dass das Magnesium mir hilft und es tut es auch schon sehr! Ich bin total

happy und frage mich wieder: Weshalb nur habe ich damals diesen Schritt zur

OP gemacht? Ich weiss heute, dass es eine Dummheit war, aber auch, dass ich

sehr verzweifelt war, also bitte, sieht nicht nur einen Weg wie ich es damals

sah, es gibt verschiedene.

Ich bin übrigens auch der Meinung, dass das Ery bei mir einen anderen Weg

gefunden hat nicht über die Ganglien, das das Erröten ausbricht. Ich denke

daher, bei vielen passiert dasselbe und eine OP ist deshalb kein garantierter

Erfolg.

Liebe Grüsse

Yvonne