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bericht willi
ärzte: dr. schick

 

 

geschrieben von Willi am 18. August 2007
 

Di, 15.5.2007

Aufnahme in der Riefler Klinik gegen 12.00 h.

Am Nachmittag werde ich gebeten gegenüber ins DHHZ zu Dr. Schick zu gehen. Es sind außer Dr. Schick 2 junge Frauen und ein junger Mann anwesend, die ebenfalls am folgenden Tag operiert werden sollen. Ich selber bin bereits 57 Jahre. 1 Frau hat die Problematik des Händeschwitzens, die beiden anderen die der Erythrophobie.  Ich empfinde natürlich den Altersunterschied, aber auch Sympathie durch ein geteiltes Leidensschicksal. Ich bin noch nie bewußt mit Menschen zusammengetroffen, die auch an dieser verflixten Angst vor dem Erröten leiden. Dr. Schick erklärt den geplanten Ablauf der Operationen, erläutert noch mal die Risiken und deren meist sehr geringe Wahrscheinlichkeit, wir können die verwendeten Metallklammern anschauen, Fragen stellen.  Nach dem gemeinsamen Gespräch bespreche ich mit ihm noch kurz die von mir gewählte abweichende Methode der Blockierung  der Seitenstränge statt des Hauptstrangs. Ich fürchte mich in der Tat vor dem möglicherweise sehr starken Schwitzen als Folge der Hauptstrangblockade, da bei mir, wie er bei dem Schwitztest vor 2 Monaten festgestellt hat, eine größere Schwitzneigung besteht als beispielsweise bei den anderen beiden in der Gruppe. Die von mir gewählte Methode soll deutlich weniger „kompensatorisches“ Schwitzen zur Folge haben als die Blockierung des Hauptstrangs des Sympathikus-Nervs. Dafür ist aufgrund der noch nicht ausreichend langen Erfahrung mit dieser Methode noch nicht sicher ob der gewünschte Effekt dauerhaft bleibt. Außerdem soll nach Berichten so Operierter subjektiv

ein Erröten empfunden werden, auch wenn es objektiv nicht stattfindet.

Mi, 16.5.2007

OP: Blockierung der Seitenstränge 2 und 3 (cp RC 2 +3)

Dauer: ca . 1,25 h, ich bin aber erst nach ca. 5 h wieder auf dem Zimmer. Ich weiß auch nicht warum erst so spät. Ich kann dann bereits aufstehen. Dank Schmerzmittel Novalgin und Schlaftablette habe ich  kaum Schmerzen und in der folgenden Nacht gut geschlafen. Es scheint alles gut gelungen. Ich spüre schon die Blockierung des Errötungsimpulses. Dr. Schick bestätigt mir die gelungene OP und das es etwas schwierig war wegen meiner körperlichen Kompaktheit.

Do, 17.5.2007

Ich bin wegen des Schmerzmittels praktisch schmerzfrei. Nur beim Husten, ich habe zur Zeit allergisches Asthma, das ich mit einem Inhalationsmittel bekämpfe, tut es in der Brust etwas weh. Ich fühle mich fit, dusche und habe das Gefühl , ich könnte das Krankenhaus verlassen.

Dr. Schick testet ohne Befund meine Augen (Horner Syndrom). Ich sage ihm, daß meine rechte Hand heute morgen kühl und die linke warm war. Das ist jetzt aber nicht mehr so deutlich zu spüren und verschwindet in den folgenden Tagen weitgehend.

Fr., 18.5.2007

Mein Zimmergenosse (Wirbelsäulen-OP) geht heute nachhause. Dr. Schick eröffnet mir, daß ich heute ebenfalls gehen könne oder noch bis Samstag bleiben. Ich entscheide mich zum Gehen, da ich mich mit meinem Zimmergenossen Richard sehr gut verstanden habe und ich keine Lust habe, mich auf Neuzugänge für einen Tag einzustellen. Außerdem fühle ich mich sehr fit. Nach der Erledigung der Formalitäten kommen mir leichte Zweifel. Mir ist doch etwas schummrig. Aber jetzt wieder alles rückgängig machen? Wir verabschieden uns von den sehr sympathischen Stationsschwestern. Im Erdgeschoß treffe ich die beiden Anderen, die auch dabei sind das Haus zu verlassen. Ein kurzer Austausch bestätigt, daß auch bei ihnen alles glatt gegangen ist. Mehr Gespräch erlaubt die etwas unübersichtliche Situation im Empfangsbereich der Klinik nicht.

Ich fahre Richard nach Hause und mache mich dann auf den Weg nach Berlin. Die Sonne heizt das Auto auf, aber mein Kopf bleibt durchgehend kühl. Immer wieder mal in den Spiegel geschaut, es bleibt so. Ich schwitze zwar an den Beinen, ich bin mir aber nicht sicher, ob das mehr als das sonst auch übliche ist. Bei schöner Musik macht sich bei mir tiefe Genugtuung über den gewählten Weg breit. Keine Tabletten mehr mit ihren Nebenwirkungen. Aber auch die Frage, wie wird es in den für mich üblicherweise stressigen Situationen werden? Hält das an? Meine Lebenserfahrung sagt mir: Ich brauche Zeit um die neue Situation in jeder Hinsicht zu erkunden. Außerdem ist da die Trauer um soviel verlorene Zeit. Hätte ich diese Möglichkeit nicht wenigsten 10 Jahre früher haben können. Da wäre noch manches für mich erreichbar gewesen, was heute zu spät ist. Daß diese Gedanken kommen würden wußte ich natürlich vorher. Ich bin Dr. Schick dankbar, daß er mich noch operiert hat. Mit 60 wäre wohl endgültig Schluß gewesen.

Sa., 19.5.2007

Nach einem guten Tag mit meiner (aufgrund einer Frühgeburt etwas behinderten) Tochter: abends allein zu Hause. Ich erlebe eine erste Krise meiner neuen Existenz. Meine Stirn ist jetzt immer trocken. Ich schwitze am Kopf nicht mehr. Das macht mir plötzlich Angst. Was habe ich mit meinem Körper gemacht, den Gott so geschaffen hatte wie er war. Das über Jahrzehnte eingeschliffene Zusammenspiel von Gedanken, seelischen Empfindungen und körperlichen Reaktionen habe ich radikal verändert. Es gibt Gedanken, die man ganz für sich allein hat, die einen innerlich erröten lassen, auch ohne Zuschauer. Bei mir war es jedenfalls so. Ich spürte dann Wärme im Gesicht. Und jetzt kommt das Gefühl nicht mehr durch. Statt dessen laufen mir Kälteschauern durch den Körper. Mich fröstelt, ich ziehe mir etwas Wärmeres an. Ich erlebe eine leichte Panik und habe das Gefühl zu ersticken. Wirre Gedanken gehen mir durch den Kopf: Verliere ich mein natürliches und notwendiges Schamempfinden? Das innere Erröten hat über Jahrzehnte auch meine Gedankenabläufe geprägt. Eine gewisse Sensibilität habe ich durchaus auch als Wert empfunden, wenn auch das Zwanghafte und die mit starken Schamgefühlen und Erröten vor anderen oftmals verbundenen Selbstentwertungen mich in tiefste Depressionen gestürzt haben.

Ich versuche mich zu beruhigen. Ich sage mir: ich muß mir Zeit lassen, mich seelisch auf die neue körperliche Situation einzustellen. Mir war schon bei meinen Überlegungen, ob ich die OP machen lassen soll, theoretisch klar, daß mit dem plötzlichen Verschwinden der Symptomatik innere Erschütterungen einher gehen müßten. Zu lange hat die Angst vor dem Erröten einen Platz in meiner Persönlichkeit eingenommen, bewußt und unbewußt mein Denken, Handeln und Empfinden bestimmt. Bei aller Freude über den Wegfall einer destruktiven Kraft: Es fehlt mir plötzlich was oder besser gesagt dessen Fehlen irritiert mich.  Durch das Abklemmen von 4 Nervensträngen kommen meine Empfindungen nicht mehr an. Mir erscheinen plötzlich die allein empfundenen Wärmeströme im Gesicht auch als etwas schönes, statt dessen jetzt Frösteln. Mir wird die Paradoxie meiner neuen Situation bewußt . Ich beruhige meine Angst mit dem Gedanken, daß ich noch ein paar Monate Zeit habe, die Clips wieder entfernen zu lassen und den alten Zustand wieder herzustellen. Das wäre mir aber peinlich Dr. Schick gegenüber. Den letzten Gedanken pariere ich mit der Überzeugung, daß letztlich nur ich selber über mein weiteres Leben entscheide. Die Rückoperation wird ja ausdrücklich auch als Möglichkeit angeboten. Mit einem Glas Rotwein und einer kleinen Einschlafhilfe vertraue ich mich dem Schlaf an.

So., 20.5.2007

Ich hatte angenehme Träume. Meine Tochter hat heute Geburtstag, und ich habe noch einiges zu tun. Der Tag beginnt mit guten Gefühlen. Die schweren Gedanken des Abends kenne ich noch, aber ich vertiefe sie nicht. Während ich in der Küche arbeite und Musik dabei höre, durchströmen mich glückliche Gedanken: Nie mehr wegen der Angst vor dem Erröten Umwege gehen müssen, verquer sein, indirekt meine Ziele anstreben statt direkt … wie schön. Mir kommen die Tränen. Wie gut, daß sie mir noch so  kommen können. Ich überlege, ob es nicht irgendwo auch gestanden hat, daß die Augen als Folge der OP trockener werden können. Ich bin mir aber nicht sicher. Ich denke nur, daß ich das schrecklich fände. Wieder das Thema des Zusammenspiels zwischen Gefühl und Körperausdruck.  Das Gefühl will seinen körperlichen Ausdruck finden, sonst ist es nicht vollständig.

Ich genieße es, im Tagesablauf  gelegentlich und gewähltermaßen im Mittelpunkt zu stehen und zu spüren, wie der Impuls zum Erröten nicht wirklich durchkommt, außer einmal ein bißchen. Da ich mich aber selber nicht sehen konnte, denke ich, es war nicht oder kaum sichtbar. Gleichzeitig hat mich dieses sehr schwache Wärmeempfinden aus o. g. Gründen auch beruhigt.

Ansonsten habe ich heute wieder an den Beinen und am Gesäß, vielleicht etwas mehr als früher, aber im absolut erträglichen Maße geschwitzt. Es waren aber auch 27 Grad heute in Berlin.

Mo., 21.5.2007

Ein heißer Tag: 30 Grad.

Einkaufen bei der Metro; ich schwitze an den Oberschenkeln, etwas stärker als früher. Ich habe leichte Schmerzen in der Brust; vor allem beim Husten.

Ich fühle mich trotz langem Schlaf müde. Mittags lege ich mich für 1,5 h hin. Danach Arbeiten am häuslichen Schreibtisch. Liegengebliebene Fachliteratur lesen, Telefonate u. a.

Beim Lesen habe ich außerhalb des Scharfsehbereichs merkwürdige Flackererscheinungen. Nie gehabt, hat das was mit der OP zu tun? Geht aber wieder weg.

Ich freue mich auf Aktivitäten, die früher wegen der Ery durchs Raster fielen: Vielleicht in einem Chor singen. Es ist noch nicht so nah, weil ich erstmal bis zu den Sommerferien mit meiner Tochter viel arbeiten muß. Ich bin zuversichtlich. Die bangen Fragen von Samstag sind fern. Ich freue mich auf die Arbeit morgen im Büro.

Di., 22.5.2007

Ich habe in der Nacht schlecht geschlafen. In allen Lagen hatte ich Schmerzen in der Brust. Links und rechts. Ich habe den Eindruck, es ist innen, entweder melden sich die gequetschten Nerven selbst oder die Verletzungen an der Brustmuskulatur.

Auch tagsüber habe ich diese Schmerzen, verstärkt beim Husten und Niesen.

Auf der anderen Seite genieße ich den durchgehend ausbleibenden Wärmeimpuls im Kopf.

Ich schwitze eindeutig mehr als früher vor allem an den Oberschenkeln und etwas am Rücken, aber erträglich. Es war heute auch wieder sehr heiß. 31 Grad.. Merkwürdigerweise war heute die rechte Hand etwas feucht und die linke trocken.

Wenn die Brustschmerzen nicht wären, wäre ich mit der Situation im ganzen zufrieden.

Mi., 23.5.2007

Wieder hatte ich nachts die Schmerzen und habe kaum geschlafen. Ich habe morgens Dr. Schick einen e-Brief mit der Bitte um Rückmeldung gesendet. Er rief an und meinte, es könne die von der Narkose beeinträchtigte Wirbelsäule sein oder die Durchstichstellen. Ich vermute das letztere trifft zu, da es tatsächlich jeweils auf beiden Seiten ist. Er empfahl mir, das Schmerzmittel Ibuprofen zu besorgen, was ich noch heute tat. Tagsüber halten sich die Schmerzen in Grenzen. Ansonsten ist da das Schwitzen an den Beinen und am Rücken, was ich akzeptieren kann, wenn ich in Mittelpunktsituationen hineingehen kann ohne daß die Erwärmung meines Gesichts eintritt. Noch immer wäge ich vorher aus alter Gewohnheit ab und nehme Gefahrensituationen instinktiv wahr, doch nehme ich gleichzeitig mit großer Freude wahr, daß dieses überflüssig ist. Ich bestimme mein Handeln selbst und aus anderen Erwägungen als früher. Es ist nicht so, daß ich nicht auch vor der OP mutig gewesen wäre, oft genug auch ohne Errötung. Aber jeder Vorfall, den ich für besonders peinlich erachtete, konnte mich auch in tiefe Selbstzweifel und Depression stürzen. Ich bin über diesen radikalen Schritt froh. Ich hatte in der letzten Zeit nicht mehr die innere Kraft, durch eine andere nicht mehr  selbstentwertende Beurteilung der Situation, des Problems Herr zu werden. Bei richtigen Streßsituationen konnte ich mich einfach nicht unbefangen bewegen. Das sieht so aus, als könnte ich das jetzt, und ich freue mich darauf es zu tun. Mut habe ich genug und Lust auf Offenheit, Streit, Humor, Wagnisse, Liebe….wohl wissend, daß das Leben ohne Mühen nicht zu machen ist und der Mensch am Ende seine Ziele nie erreicht. Aber die Erythrophobie ist im  Leben, wie eine dauernd angezogene Handbremse beim Autofahren. Wenn die Handbremse nicht mehr bremst, fährt es sich viel  besser.

Sa., 26.5.2007

Ich hatte 2 weitere Nächte mit erheblichen Schmerzen in der Brust, die auch noch mit dem Medikament nachts zu spüren waren. Auch tagsüber spürte ich Schmerzen, beim Niesen sogar sehr stark unterhalb der rechten Brustwarze.

Erst heute und nach der letzten Nacht sind die Schmerzen rückläufig. Ein Glück!

Di., 29.5.2007

Ich hatte gestern erstmals das Gefühl, daß der Impuls zum Erröten wenn auch schwach wieder durchkam. Ich weiß nicht, ob etwas zu sehen war. Das macht mir etwas Sorgen. Gleichzeitig merke ich, wie kostbar die gewonnene Freiheit ist.

Ich habe 2 Nächte wegen starker Rückenschmerzen sehr schlecht geschlafen. Das Schmerzmittel hat nicht geholfen. Die Schmerzen gehen eindeutig von der Brustwirbelsäule aus und könnten noch, wie Dr. Schick sagte, von der Anästhesie kommen. Ich mache Yoga dagegen und habe mir ABC-Pflaster kleben lassen.

Mi, 30.5.2007

Ich hatte den ganzen Tag Rückenschmerzen. Hoffentlich kann ich Freitag zum Klassentreffen 600 km fahren. Heute war es kühler, unter 20 Grad, aber schwül. Ich hatte ein merkwürdiges Frösteln im Körper, obwohl mir nicht direkt kalt war. Ich habe trotzdem an Rücken und Beinen stark geschwitzt. Es sind eindeutige Veränderungen meiner Körperwärmeregulierung zu beobachten.

Di, 5.6.2007

Am Samstag war Klassentreffen. Ich habe eine kleine Rede gehalten. Es ist wunderbar, nicht mehr von der Sorge gequält zu sein, ob ich wohl erröte. Ich genieße meine neue Freiheit. Es ist fast unbegreiflich, meine Gedanken sind  frei!   Die Schmerzen sind fast verschwunden.

So, 9.6.2007

Nach nunmehr fast 4 Wochen wage ich ein erstes Resümee:

1. Die OP war erfolgreich. Ich erröte nicht mehr.

Meine Bewertung: 

Es ist großartig. Ich fahre nicht mehr mit  ständig angezogener Handbremse. Die Ery bestimmt nicht mehr mein Denken. Mein Denken ist frei. Die anfänglichen Sorgen um den Erhalt meines Wertesystems (s.o.), also sozusagen, wenn die Bremse nicht mehr da ist, schieße ich übers Angemessene hinaus, waren unbegründet. Ich bin immer noch ich. Auch das natürliche Schamgefühl als notwendiges Korrektiv ist mir nicht abhanden gekommen.

Ich hatte für 2-3 Jahre ganz gute Erfahrungen mit dem Ratschlägen von Doris Wolf in dem Buch „Keine Angst vor dem Erröten“ gemacht. Aber eines Tages, bei einer Wortmeldung vor vielen Leuten, war die Angst plötzlich wieder da. Die Idee, das Erröten nicht  negativ zu bewerten und überhaupt die ganze Gedankenkette einfach abzubrechen, funktionierte da und danach nicht mehr. Ich hatte nicht mehr die Kraft dazu und den Glauben daran verloren. Ich bin heilfroh,  diese kraftraubenden Bemühungen nicht mehr aufbringen zu müssen.

Gestern, bei einem Gespräch mit einer bestimmten Person, kam mir bei bestimmten Stellen, die jeder von uns ja kennt, wie früher urplötzlich der Gedanke „verdammt: jetzt werde ich gleich rot“.

Es war dann eine große innere Freude, die mein Gesprächspartner natürlich nicht mitbekam, daß das einfach nicht geschah. Ich brauchte keine Tricks anzuwenden, wie wegschauen, mich ablenken durch irgendwas, zur Kaffeetasse greifen zum Beispiel, nein ich hielt meinen Blick zum Gegenüber aufrecht und behielt meine volle Konzentration. Welche Würde, welche Genugtuung, welche Freiheit! Meine Wunschvorstellung von früher „ich müßte das einfach irgendwie abstellen können, die Leitung durchknipsen“ ist wahr geworden.

2. Die negativen  Folgen

(Ich habe inzwischen so gut wie keine Schmerzen mehr.)

Ich schwitze am Körper stärker als früher, besonders im unteren Rückenbereich, am Becken und an den Oberschenkeln. Mein Kopf bleibt auch bei Hitze und bei körperlicher Anstrengung nahezu trocken.

Es gibt eine Links-Rechts-Abweichung bei den Armen und Händen. Linker Arm und Hand sind wie früher normal trocken und warm, aber auch nicht sehr trocken, sodaß ich mir die Hand speziell einfetten müßte. Die rechte Hand und Arm sind immer etwas kälter und etwas feuchter, jedenfalls jetzt bei dem warmen Wetter. Auch unter der rechten Achsel schwitze ich mehr als links, rechts eigentlich wie früher, links weniger.

Mal abwarten, wie es im Winter wird, wenn man aus der Kälte nach körperlicher Anstrengung in gut beizte Räume kommt. Früher fing ich dann am Kopf an zu glühen.

Besonders bei Durchzug und Temperaturen unter 23 Grad fröstelt es mich leicht, obwohl mir gleichzeitig warm ist. Aber das tritt nicht so oft auf.

Meine Bewertung:

Das stärkere Schwitzen am Körper war ja vorherzusehen. Es ist lästig. Ich muß meine Hosen öfter als früher waschen. Gemessen an den schlimmsten Vorstellungen von einem im Sommer immer feuchten Körper sind die Folgen für mich erträglich. Ich sitze jetzt an meinem PC bei ca. 25 Grad und bin trocken, nur im Beckenbereich ein Hauch von Feuchte. Die trockene Stirn irritiert mich noch oft. Ich sehe die anderen am Kopf schwitzen und fasse meine Stirn an: trocken. Ich warte schon auf den ersten Kommentar dazu, wie „Du schwitzt wohl überhaupt nicht“. Die etwas feuchtere rechte Hand ist nicht wirklich schlimm. Gut, es wäre eigentlich besser andersrum wegen des Handschlags, aber so richtig naß ist die auch nicht, nur eben ein wenig feuchter als die Linke und nur bei Wärme.

Das Frösteln, na ja … mal sehen, vielleicht gibt sich das noch.

Zusammengefaßt: Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Freude über den Verlust einer lebenslangen Seelenqual läßt mich die, wie gesagt, nicht übermäßigen Schwitzereien (es sind zur Zeit täglich über 30 Grad), akzeptieren. Die Verlustängste der ersten Tage bezüglich meiner inneren Verfassung betrachte ich jetzt als unbegründet. Es fehlt mir mit der Angst vor dem Erröten nichts und noch mal nichts, sie war nur zerstörerisch und hat mein Leben verformt. Ja, so sehe ich das jetzt.

Mein Dank für Rat und Tat gilt Carsten Dieme für www.erytrophobie.de  und Dr. Schick für sein ärztliches Bemühen.

Sa, 18.8.2007

Meinem Resümee vom 9.6.07 ist nur noch wenig hinzuzufügen:

Das Frösteln ist kein Problem.

Ich fühle mich oft müde, auch nach ausreichendem Schlaf. Ob das mit der OP zusammenhängt, muß ich noch rausbekommen.

Eurer Willi