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bericht 1. ery-treffen
  

 

 

Geschrieben von einigen Teilnehmern am 1. Ery-treffen Deutschlands am 26.01.2002 in Bielefeld

 
Teilnehmer: Gabriele, Lars, Eva, Tanja, Gerd, Silke, Ulrike, Pamela, Markus, Marcus, Ralf, Michael, Bine und Carsten


Hallo Carsten und all die anderen lieben Menschen, die im Brauhaus dabei waren,

ich möchte euch sagen, dass ich den Abend als wundervoll empfunden habe. Lauter nette, umgängliche, liebevollen Menschen, mit denen ich mich so gut unterhalten konnte.Hätte mir nicht vorstellen können, dass dieses erste Treffen so locker und unkompliziert abläuft, Carsten, du hast die Truppe wirklich gut zusammengestellt :-).Ich habe viele neue Inspirationen bekommen, besten dank euch allen.
Der abend wird zwar einmalig bleiben, aber ich hoffe sehnlichst, dass es mal wieder ein Revival des Treffens (vielleicht im Süden der Republik?) gibt.
Redsideoflife, besonderen Dank für die prima Beförderung und Versorgung an Bord deines flinken Corsas.
Bielefeld war nicht nur aufgrund des eines Punktes des SSV Reutlingen auf der Alm eine Reise wert.
Es grüsst euch alle
 
Schlipinho


Das Treffen in Bielefeld war für mich ein voller Erfolg. Die Atmosphäre war sehr entspannt, die Leute waren sympathisch und ich konnte mich mit den Anwesenden identifizieren.

Meine Zielsetzung, mit der ich zu diesem Treffen gefahren bin, ist erfüllt worden. Ich hatte von dem Treffen nicht die Vorstellung gehabt, dass eine Lösung präsentiert wird. Meine Absicht war der Solidaritätseffekt, der bei der Erythrophobie schwer zu finden ist, da es sich hierbei bekanntlich um ein Tabuthema handelt.
Ich habe festgestellt, dass die Erythrophobie bei mir um so stärker ist, je mehr ich mich dagegen wehre. Je mehr Einbußen ich durch die Erythrophobie habe, desto stärker ist die Gegenwehr.
Um die Problematik akzeptieren zu können, ist es für mich erforderlich, die Wichtigkeit zu reduzieren.

1.) Dies kann ich einmal in der Weise versuchen, wie es von Markus vorgeschlagen wurde. Ich muss die Einstellung habe, dass das Erröten keine negative Sache ist. Dies wäre ein kognitiver Prozess, der aus meinen Erfahrungen nicht mit Erfolg gekrönt ist, da mir der Zwiespalt zwischen Einsicht und Empfinden immer deutlich bewusst ist.
Wenn ich diesen Gedanken weiter verfolge, so müssten meine Vorstellung über das Erröten sehr stark von der Realität abweichen. Die Konsequenz wäre, dass ich in meiner eigenen Welt leben müsste, in der das Erröten nicht als negative Eigenschaft empfunden wird und die sich von der Wirklichkeit unterscheidet.
Dieser Gedanke ist mir gekommen, als ich „Wetten dass“ geschaut habe. Ich hatte mir die Situation vorgestellt, dass ich als Gast vorne auf der Couch sitzen würde. Wenn ich in dieser Situation erröten würde und dass auch noch bei bestimmten Fragen, dann müsste ich schon fast Schizophren sein, diese Situation nicht als negativ zu bewerten. Alle Personen die dies sehen, könnte leicht die Meinung bilden, dass es sich um eine für mich unangenehme Situation handelt. Eine Person, die selbst an der Erythrophobie leidet, könnte sich genau in meine Situation hineinversetzen und könnte mit mir Mitleid empfinden.
Mithin würde eine positive Sichtweise ein krasses Missverhältnis zwischen Realität und Empfinden darstellen.

Ich bin der Überzeugung, dass Markus das Problem der Erythrophobie gelöst haben wird, wenn er diese Einstellung verinnerlicht. Ich würde mich freuen, wenn er es schaffen kann.

2.) Um die Wichtigkeit zu reduzieren, war für mich das Treffen sehr hilfreich. Dort habe ich die Einstellung gefördert, dass Menschen, die in der Gesellschaft etwas darstellen und die ich respektiere, dass gleiche Problem haben wie ich.
Man hat die ganze Zeit über das Erröten in einer größeren Gruppe gesprochen, was ich in meinem Leben noch nie getan hatte. Im Laufe der Zeit wurde für mich das Thema des Erröten abgeschwächt. Man hatte bereits mehre Stunden über dieses Thema gesprochen und das Tabu wurde durchbrochen.
Durch diese Veranstaltung habe ich die Wichtigkeit des Errötens ein wenig abbauen können und bin der Meinung, dass ich sogar schon kleine Fortschritte gemacht habe.

Ich würde mich freuen, wenn ein solches Treffen noch einmal stattfinden könnte und würde bestimmt, wenn ich es irgendwie ermöglich kann, teilnehmen.

Carsten möchte ich dafür danken, dass er dieses Treffen ermöglicht hat.

Hoffentlich bis bald.

Lars


Erst mal einen riesengroßen Dank an Carsten für das wundervolle Treffen.

Ich fande das Treffen einsame spitze, da ich mich so oder so verbal besser
äussern kann, als das ich Texte schreibe, liegt wahrscheinlich auch daran, dass
ich so schreibfaul bin.

Ich hätte gedacht, dass die Leute vom gestrigen Treffen viel intensiver erröten
würden, dass war völlig harmlos, ich denke, dass ich die Schlimmste war (obwohl
dass wahrscheinlich jeder wieder von sich denkt!!!)

Doch das eigentliche Treffen habe ich als sehr angenehm empfunden, wir haben uns
alle gegenseitig ausgetauscht und entweder gemeinsame Situationen herausgefunden, in denen wir immer wieder erröten, aber auch Situationen, wo wir
den anderen nicht verstanden haben, bzw. derjenige mich nicht.

Über ein nächstes Treffen würde ich mich sehr freuen, ein Weg in den Süden wäre
mir auf keinen Fall zu weit: An Marcus & Markus: Vielleicht könntet ihr ein
Treffen in Reutlingen organisieren, wenn Bielefeld bei euch spielt???:)

Kann bei mir auch erste Erfolge feststellen, nicht das ich nicht mehr rot werde,
das werde ich nach wie vor, nur es stört mich nicht mehr so gewaltig, ich weiß
auch woran das liegt, dass ich seit dem Treffen endlich mal mit jemandem (bzw. mit vielen Leuten) darüber sprechen konnte, seitdem geht es mir viel besser.
Vielen Dank nochmal an alle Teilnehmer, besonders die, die einen weiten Weg dafür zurückgelegt haben.

Pamela

P.S. Bin fast schon soweit, dass ich es meiner besten Freundin erzählen werde,hoffentlich kann sie mich verstehen und lacht mich nicht aus, das wäre ein derber Rückschlag für mich!!!


Hallo liebe Teilnehmer vom Samstag,

auch mich hat dieses Treffen sehr beeindruckt. Ich bin froh, dass ich meinen Ängsten und Zweifeln nicht nachgegeben und mich trotzdem in den Zug nach Bielefeld gesetzt habe. Selbst während der 4-stündigen Fahrt plagten mich Gedanken wie "was mach ich hier eigentlich" oder "du kommst da an und bist unter wildfremden Leuten". Dies hat sich jedoch alles ziemlich schnell verflüchtigt und wie so oft waren diese Erwartungsängste völlig unsinnig und umsonst. Mir hat gut gefallen, dass an den Gesprächen meistens alle Anwesenden beteiligt waren und sich keiner ausgeschlossen gefühlt hat.
Ich habe heute in der Arbeit oft an Euch gedacht. Es ist wirklich bewundernswert, dass wir die Kraft haben, jeden Tag aufs Neue die verschiedensten Situation zu meistern und uns durch Rückschläge und Enttäuschungen nicht entmutigen lassen, weiterzumachen und nach vorne zu schauen.
Ich wünsche uns allen hier im Forum viel Energie, noch mehr positive Gedanken und eine andere und bessere Bewertung der Situationen und des Errötens (wie Schlipinho so schön darstellte).

Viele Grüße

Bine


Hallo an alle,

Bielefeld war eine ziemlich beeindruckende Erfahrung für mich. Deshalb möchte ich mich erst mal bei denjenigen bedanken, die die Idee eines Treffens ausgeknobelt haben, außerdem bei Carsten, weil Du uns dafür einen sehr schönen, entspannten Rahmen gesucht hast und vor allem bei allen, die da waren. Ich habe gestaunt, wie schnell die erste Scheu verflogen war und wie offen doch alle miteinander umgingen. Verstecken und verbergen gehört ja sonst eigentlich eher zum Ery-Repertoire, aber davon war wenig zu spüren.
Carsten war der einzige ETS'ler, und wir haben ihn ganz schön beäugt: Bleibt er so souverän und so blass, oder röten sich die Backen doch bei kritischen Fragen? Sie tun es nicht, und das ist gut so!! Es war einfach eine Freude mitanzusehen, dass einer von uns es tatsächlich hinter sich hat. Auch wenn ich für mich eine andere Lösung präferiere, freue ich mich doch mächtig darüber, dass Carsten mit seinem Weg und Schlipinho auf andere Weise Erfolg haben.

Wie ich an dem Abend schon gesagt habe, hätte ich vor einem Jahr, als ich auf dieses Forum stiess, sicher noch nicht zu dem Treffen kommen können. Da war mir das Thema noch so hochnotpeinlich, schon die Idee, dorthin zu fahren, hätte vermutlich Erstickungsanfälle ausgelöst. Daran merke ich, wie gut mir der Austausch tut und dass dadurch doch mehr Spielraum entstanden ist: ein bißchen mehr Mut, ein klein wenig mehr Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren und sich nicht automatisch weiterhin unter der Ery zu ducken. Und nachdem ich erlebt habe, wie sehr mich der direkte Austausch mit anderen Betroffenen stärkt, werde ich auch bei den nächsten Treffen sicher wieder dabei sein.

Diesmal musste die Süd-Fraktion eine ganz schön weite Anreise in Kauf nehmen.
Toll, dass Ihr trotzdem gekommen seid! Beim nächstenmal kommen wir Euch entgegen.


Liebe Grüße

Gabriele


Hallo ihr Lieben!

Gestern auf dem Rückweg von Bielefeld nach Hamburg (sintflutartige Regengüsse) habe ich das wirklich gelungene Ery-Treffen noch mal reveue passieren lassen.
Was mich am meisten beeindruckt hat an diesem Abend, war die Tatsache, daß wir alle 14 Teilnehmer, doch ziemlich positiv eingestellt sind, trotz unseres Schicksals. Klar habe auch ich darauf geachtet, wie errötet der/die eine oder andere erschienen ist und wie sich der Errötungsgrad in Mittelpunktssituationen verändert. Interessant auch die Beobachtungen einiger, daß viele von uns gar nicht so schrecklich erröteten, wie wir uns das vielleicht ausgemalt haben. So nach dem Motto: Ist doch gar nicht so schlimm bei dir! Ich denke, da allen Teilnehmern bewußt war, daß zu so einem Treffen eben auch nur Betroffene erscheinen, war der Druck nicht ganz so groß wie sonst üblich bei ähnlichen Zusammenkünften. Entscheidend aber ist, meiner Meinung nach, der selbst empfundene Leidensdruck, den eben keiner von außen nachempfinden kann.
Ich fühlte mich nach ganz kurzer Zeit in diesem Raum des Brauhauses unter Berücksichtigung meiner Stressymptome richtig wohl. Die Teilnehmer waren unheimlich nett und sehr sensibel.
Prima fand ich, daß alle so toll und engagiert mitdiskutiert haben. Und es ging keineswegs nur um die ETS. Vielmehr um die Bewertung und den Umgang mit dem Erröten. Jeder hat ein wenig über sich und seinen Alltag mit dem Rotwerden berichtet. Insgesamt war es ein toller Gedankenaustausch, dem hoffentlich noch viele folgen werden! Danke noch mal an Marcus, für seine konstruktiven Gedanken bezüglich der alternativen Möglichkeiten über die eigene Bewertung des Errötens!
Es wurden auch Überlegungen angestellt, wie wir unser Problem einem noch breiterem Publikum näher bringen könnten. Vielleicht auf der Ebene der TV-Anstalten.
Lieber Carsten, vielen Dank für die Organisation dieses denkwürdigen Abends. Das Ambiente im Brauhaus und besonders in diesem Raum hat mir gut gefallen.
Auf ein baldiges Wiedersehen. Alles Liebe.

Gerd.


Hi,

so nach einer anstrengenden nacht auf deutschlands autobahnen habe ich nun ausgeschlafen.
das treffen war sehr angenehm und völlig ungezwungen. es gab viele kleine nette unterhaltungen und erfahrungsberichte.
die räumlichkeiten waren sehr gut gewählt, besonders die lichtverhältnisse waren schonend auf uns abgestimmt.
nur schade, dass wir dort erst so spät eingetroffen sind, als die ersten kurze zeit später dann schon gingen.

es war wirklich ein gelungener abend und ich möchte mich auch nochmal bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben und vor allem dem der das ermöglicht hat.
auf jeden fall werde ich beim nächsten treffen wieder kommen (dann aber früher)
sofern ich es einrichten kann.
wünsche euch allen noch n schönen tag !
so long

Marcus