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bericht tøm
arzt: dr. schick

 

 

geschrieben von Tøm am 07. Januar 2002

Hallo liebe Leute,

hier endlich mein OP-Bericht nach 3 Monaten. Dem Forum bleibe ich treu und werde zu gegebener Zeit weitere post-ETS-Erfahrungen miteinbringen.


ETS Bericht (3 Monate nach der OP)

Meine Leidensweg der Erythrophobie dauerte ca. 16 Jahre, bis ich mich letztlich nach 1 Jahr intensiver Beschäftigung und Recherche mit meiner Krankheit entschloss Kontakt zu Dr. Schick in Erlangen aufzunehmen.
Vorherige Massnahmen, wie Medikamente, Entspannungstherapien und Dergleichen blieben von nur mässigem Erfolg. Eine Verhaltenstherapie, von einem Neurologen vorgeschlagen, lehnte ich persönlich ab. Das lag an den durchweg negativen oder nicht zufriedenstellenden Berichten von anderen Erythrophobikern (Quelle: erythrophobie.de).
Im Oktober 2002 wurde ich dann von Dr. Schick in Erlangen operiert. Ich entschied mich für die OP bei ihm, weil die pre- und postoperative Beobachtung und Information für mich einen hohen Stellenwert hatte.
Am Montag angereist - Mittwochs operiert - am Freitag entlassen. Zwischendurch wurden Tests gemacht, die aber zum grössten Teil für Hyperhidrotiker vorgesehen sind. Ein Test, ob man in bestimmten Situationen errötet, gab es nicht.

Die OP selbst verlief sehr gut. Am Vorabend des OP-Tages gab es ein Schlafmittel, wenn man wollte. Morgens vor der Nakose gab es die Sch****egal Pille.
Nach der Narkose ging es mir den Umständen entsprechend sehr gut, sodass ich 3 Stunden später schon wieder aufstand.
Ich hatte dann 10 Tage nur leichte bis starke Schmerzen im Rücken (dort, wo die Klammern sind).

Nebenwirkungen sind bei mir definitiv das kompensatorische Schwitzen an Rumpf und Beinen, trockenere Hände, leicht niedrig gewordener Pulsschlag und natürlich angenehmerweise fast kein erröten mehr!

Die hohen Kosten für eine solche OP wollte ich mir von meiner Krankenkasse spendieren lassen. Das hat scheinbar auch funktioniert, bis auf einen Eigenanteil von 9 Euro pro Tag, den ich selber zahlen musste. Herr Dr. Schick weiss, wie man mit den Krankenkassen umzugehen hat, damit die OP-Kosten übernommen werden.



Zu so einer Operation möchte ich niemandem raten. Es muss jeder mit sich selbst ausmachen. Das Risiko, mit noch mehr Nebenwirkungen nach der OP aufzuwachen, hatte ich in Kauf genommen. Risiken sind nie auszuschliessen.
Dr. Schick hatte vorher in Ruhe alle möglichen Vor- und Nachteile aufgezeigt, was ich als sehr professionell auffasste.

Ich wünsche allen Erythrophobikern alles erdenklich Gute und die Kraft Ihren ganz persönlichen Weg aus dieser schrecklichen Krankheit zu finden.

Die Krankheit hat mich dennoch zu einem Menschen gemacht, der Dinge des täglichen Lebens aus ganz anderen Blickrichtungen sieht. Das ist eine sehr positive Eigenschaft, die ich nach der Operation in mein neues Leben mitnehmen konnte.

Zu allerletzt möchte ich Carsten von ganzem Herzen für diese tolle Website danken, ohne die ich wohl noch länger im Ungewissen gewesen wäre.

Liebe Grüsse
Tøm