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bericht robin
arzt: dr. tarfusser

 

 

Geschrieben von Robin am 04. Dezember 2001

Seit 18 Jahren leide ich, jetzt 35 Jahre alt, unter Ery. Ziemlich genau 3 Monate ist nun meine ETS bei Dr. Tarfusser her. Die ersten Wochen danach hatte ich das Gefühl, daß ich immer noch ständig rot werde. Diese Unwissenheit wurde unerträglich. Sollte die OP umsonst gewesen sein? Dann habe ich mich entschlossen einen lieben Menschen einzuweihen, und auf Testtour zu ziehen. War am Anfang der reinste Horrortrip. Nach der ersten Auslösung wäre ich am liebste sofort abgehauen. Ich war absolut niedergeschlagen. Aber : Meine Beobachtungsperson (ich hoffe sie ist nicht farbenblind) hat mir mitgeteilt, daß alles zu 100 % in Ordnung sei. (Habe allerdings noch rote Wangen durch Alkohol, Wärme, längere Anspannung). Ich merke, daß ich erst lernen muß es zu glauben –in meinem Innersten richtig zu glauben. 18 Jahre Training waren eben extrem effektiv. Im Moment bin ich in einem etwas ambivalenten Gefühlszustand. Auf der einen Seite natürlich große Hoffnung und Erleichterung, auf der anderen Seite der Blick in einen Abgrund verpaßten Lebens; nichtwahrnehmen privater und beruflicher Chancen – abchecken jeder Situation auf ihre Ery-Gefährlichkeit. Vermeidung hoch zehn. Alles, einfach alles ist so ungemein anstrengend und kräftezehrend. Und kein Mensch anerkennt den Mut und die Kraft, die man ständig zusätzlich zu dem, was die anderen auch machen, aufbringen muß. Da läuft immer ein Zusatzmotor auf Hochtouren. Muß ich Euch ja nicht groß erzählen. So habe ich nach überdurchschnittlich bestandenem Physikum mein Medizinstudium abgebrochen. Wenigstens wußte ich so ziemlich genau was bei der ETS passiert. Oje, nun ists doch schon ein recht langer Text geworden. Zum Schluß noch schnell die körperliche Seite der OP: Sie hat mich physisch erstaunlich wenig mitgenommen. Zugegeben, die Zeit von der OP bis zur abendlichen Schlaftablette (meiner Ersten) war absolut bescheiden. Am nächsten Tag war ich jedoch schon wieder relativ fit, konnte meinen Leihwagen problemlos allein über die Alpen fahren. Ich hatte erstaunlicherweise auch nie Wundschmerz. Zur Zeit fühle ich mich körperlich genauso fit wie vorher. Lediglich die trockenen Hände (4-5 x am Tag Handcreme schaffen Abhilfe)und das geänderte Schwitzverhalten sind etwas gewöhnungsbedürftig. Letzteres merke ich aber nur beim Sport (Kopf, Hände und Arme bleiben trocken, Beine und Bauch schwitzen verstärkt) oder großer Wärme. Ich war schon zweimal wieder in der Sauna. Da schwitzen dann sogar wieder die Arme, lediglich der Kopf und die Handinnenflächen bleiben absolut trocken.

Es grüßt Euch

Robin