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bericht redminator
arzt: dr. hillinger, dr. kestenholz ( zürich )

 

 

geschrieben von Redminator am 15. Oktober 2004
 

Hallo (Ex-)Leidensgenossen

Nun habe ich mich schlussendlich auch vor drei Tagen gegen die Erythrophobie

/ Hyperhidrosis operieren lassen.

Die Schmerzen unter den Achseln und an der Brustwarze sind gering, dafür

habe ich Mühe mit Atmen. Ich kann momentan nicht tief durchatmen, da ich

sonst stechende Schmerzen im Brustbereich kriege. Aber ich merke dass es

sich von Tag zu Tag langsam aber sicher legt. Solange ich mich nicht

anstrenge, fest lache, nicht husten, niesen oder lange sprechen muss geht

das ganz gut. Die Schmerzen werden vielleicht unter anderem daran liegen,

dass ich noch etwas Gas in der linken Brusthöhle habe. Wenn ich mich flach

hinlege höre und spüre ich Blähungen im linken Brustbereich. Bei jedem

Herzklopfen spüre ich das Blubbern im Innern. Auch das Röntgenbild, dass am

Austrittstag gemacht wurde legt dar, dass ich ein bisschen co2 drin habe.

Der Arzt behauptete aber, dass dieses Gas nach einigen Tagen eingedämmt bzw.

absorbiert würde. Ich nehme an dass es nach der Operation nicht vollständig

ausgepumpt wurde. Aber eigentlich will ich mich momentan gar nicht

beschweren, denn im Grossen und Ganzen bin ich mit der Operation zufrieden

und alle Ärzte und Krankenschwestern in der Thoraxchirurgie des

Universitätsspitals in Zürich sind sehr freundlich und vertrauenswürdig.

Meine Kopfhaut, Stirn und Hände sind bis heute vollkommen trocken und auch

das Erröten habe ich bereits in einigen Schlüsselsituationen belassen

können. Ich muss sagen, dass es sich in solchen Momenten ganz komisch

anfühlt kein bisschen Hitze im Kopf zu spüren. Aber daran werde ich mich

gerne gewöhnen. Extremsituationen (Schlangen anstehen, Vortrag, Sitzungen,

Diskussionen...) müsste ich noch testen, aber ich bin ziemlich

zuversichtlich. Wenn ich Nachts heiss habe werden meine Beine, Bauch und

Rücken etwas warm. Somit hält sich das kompensatorische Schwitzen bei mir im

Rahmen.

Am Montag werde ich mir die Fäden unter der Achseln von meinem Hausarzt

wegnehmen lassen und falls ich noch Atembeschwerden habe, werde ich ihn

selbstverständlich darauf ansprechen. Mein Bericht werde ich also auf jeden

Fall noch in den nächsten Wochen updaten.

Nie hatte ich mich in diesem Forum geäussert, da sich mein Leiden mit vielen

Berichten wiederspiegelt hat. Aber nun fühlte ich mich verpflichtet auch

mein Feedback und meine Erfahrungen an alle, die heute an dieser Krankheit

leiden preis zu geben, denn auch ich war um jeden einzelnen Bericht auf

dieser Seite froh!

Ich kann/konnte mich mit fast jedem Einzelnen hier drin identifizieren und

weiss, welchen Lebensstandart ihr durchmachen müsst/musstet.

Ich weiss nicht in welchem Zustand ich heute wäre, wenn ich diese Seite vor

zirka zwei Jahre nicht entdeckt hätte. Danke Carsten!

Stay cool!

Euer Redminator