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bericht ossi
arzt: dr. tarfusser

 

 

Geschrieben von Ossi am 24. Januar 2002

Vor etwa 3 Monaten stieß ich auf dieser homepage zum ersten mal auf das Thema ETS. Nach Einholung verschiedenster Infos und genauem Studium der Forumbeiträge stand die Entscheidung für eine ETS innerlich schon mehr oder weniger fest. Als ersten Schritt kontaktierte ich Dr. Tarfusser über e-mail (besser ist allerdings ihn anzurufen, da er aus Zeitgründen nicht alle mails bearbeiten kann). Ich bekam glücklicherweise eine Antwort von ihm, in der er mich aufforderte ihn telefonisch zu kontaktieren. Geschrieben, getan und nach ausführlichem Gespräch und Preisgebung meiner Leidensgeschichte legten wir einen OP-Termin fest.
Die Zeit vor der OP war alles andere als einfach. Besonders die Woche vor dem Eingriff war psychisch sehr belastend. Meine Gedanken treten sich nur mehr um das eine Thema. Oft hatte ich grosse Zweifel wegen der diversen Nebenwirkungen und dachte sogar daran das Ganze abzublasen. Dann dachte ich wieder an die Vorteile einer ETS, dass sie meine ganzes Leben hin zum Positiven verändern kann und schließlich nahm ich mmeinen ganzen Mut zusammen und ab ging es nach Meran.
Wie die Prozedur in der Klinik abläuft wißt ihr bereits aus zahlreichen anderen Beiträgen, allerdings möchte ich noch ein paar Worte über Dr. Tarfusser verlieren: durch seine positive und ruhige Art schaffte er es in kürzester Zeit eine Vertrauensbasis herzustellen. Während unseres 1-stündigen Vorbereitungsgesprächs ging er auf alle Details der Operation ein, auf die Nebenwirkungen und nebenbei erzählte er noch diverse Schwänke aus seinem Leben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir klar, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich habe noch nie einen Arzt getroffen, der so um das Wohl seiner Patienten besorgt ist und ich wünsche, alle Ärzte wären aus diesem Holz geschnitzt.
Die Op dauerte dann ungefähr 40 Minuten und als ich aufwachte stand der Doktor bereits wieder vor meinem Bett und erkundigte sich über mein Befinden. Noch leicht benommen klagte ich über einen unangenehmen Hustenreiz und leichten Schmerzen beim Atmen. Da diese Symptome seiner Meinung nach normal waren schlief ich beruhigt ein. Allerdings wurde die Ruhe immer wieder von der Krankenschwester gestört, die jede halbe Stunde Blutdruck und Puls kontrollieren muss. Am Abend wurden mein Zimmerkollege und ich noch mit einem Süppchen und Zwieback gestärkt und nachher vertrieben wir uns die Zeit mit Fernsehen. So cirka sechs Stunden nach der OP wurden meine Schmerzen immer stärker und auf den Rat des Narkosearztes hin verlangte ich nach Schmerzmittel. Nach drei Dosen waren die Schmerzen erträglich und um einen ungestörten Schlaf der Gerechten zu gewährleisten, schmiss ich mir auch noch ne Schlaftablette ein.
Am nächsten Tag in der Früh ging es mir dann erheblich besser. Ich war gut drauf und freute mich schon auf das Frühstück, da ich einen Riesenhunger hatte. Kurz vor meiner Abreise kam noch mal Dr. Tarfusser vorbei und klärte mich auf, was ich in den nächsten Tagen beachten soll. Auch dieses mal nahm er sich wieder viel Zeit und er ließ es sich nicht nehmen noch ein paar Anektoten aus seinem Leben preiszugeben.
Alles in allem war der Aufenthalt in der Privatklinik halb so schlimm, wobei die Ärzte und das Pflegepersonal, welche ausnahmslos sehr freundlich und fürsorglich waren, großen Anteil hatten.
Die Heimfahrt verlief dann problemlos, wobei mir leichte Brustschmerzen noch etwas zu schaffen machten (besonders schmerzhaft sind tiefe Atemzüge und Husten). Die folgende Nacht schlief ich dann mehr als acht Stunden durch und die Schmerzen waren praktisch weg. Nun zwei Tage nach der Operation fühle ich mich im Großen und Ganzen sehr gut. Ungewohnt sind die extrem trockenen Hände – verwende mehrmals täglich Handcreme. Vielleicht hat wer einen Tip für mich, wie ich dieses kleine Problem unter Kontrolle bekomme. Kompensatorisches Schwitzen hab ich bis jetzt nur ganz leicht an den Füssen gespürt und last but not least ich bin seither nicht wieder errötet! Allerdings muss ich dazusagen, dass ich noch keiner Extremsituation ausgesetzt war.

Jedenfalls hab ich ein gutes Gefühl,blicke optimistisch in die Zukunft und hoffe dass dieser Zustand noch sehr lange anhält.

Ich umarme Euch,

Ossi
 


Update von Ossi am 28.August 2003

Hallo,
der Tag meiner OP liegt nun schon mehr als 18 Monate zurück. Wie ich schon (siehe Berichte ETS) mitgeteilt habe verlief die ETS sehr gut. War nur ein oder zwei Tage nach dem Eingriff ein bißchen schwächlich unterwegs, dann war ich wieder voll einsatzfähig. Auch mit den Nebenwirkungen,wie dem kompensatorischesn Schwitzen, hatte ich keine wirklichen Probleme.
Aber das beste war, dass das Erröten weg war. Selbst in extremen und vermeintlich peinlichen Situationen blib ich „cool“. Was für ein Gefühl!
Vor einigen Monaten merkte ich allerdings, dass die Wirkung der ETS ein wenig nachließ. Ich schwitzt wieder leicht an den Händen und der Stirn. Was noch viel schlimmer war - in heiklen Situationen erwärmten sich meine Wangen wieder leicht. Das Erröten hatte sich also wieder zurückgemeldet. Das war zunächst ein großer Schock. Ein Jahr hatte ich einen kühlen Kopf bewahrt, und nun so was! Was mich momentan am meisten stört ist die Angst vor dem Erröten (sie ist in meinem Fall schlimmer als das Rotwerden selbst). Willkommen zurück im Teufelskreis.
Ich will nun nicht den Eindruck erwecken, dass die ETS bei mir sinnlos war. Ganz im Gegenteil. Ich profitiere immer noch sehr stark vom Eingriff. Im Vergleich zu früher erröte ich viel, viel weniger oft. Weiters ist die Intensität weit geringer. Leider gehöre ich zu dem geringen Prozentsatz von ETS´lern, bei denen nach einiger Zeit wieder leichte Beschwerden (wenn man das so nenne darf) aufgetreten sind. Ich habe die Entscheidung zur ETS trotzdem nie bereut.
Ich werde nun alles daran setzten, dass es wieder perfekt (so wie vor einem Jahr) wird. Deshalb ringe ich mit dem Gedanken, eine zweite ETS durchführen zu lassen. Für meine Entscheidung bräuchte ich noch einige Infos zu diesem Eingriff (ich glaube dabei soll Ganglion stellatum bis zum unteren Kommunikantenpaar Th1 freigelegt werden um dieses durch Clips zu unterbrechen; Wie oft wurde diese OP schon durchgeführt? Wie hoch liegt die Erfolgsrate? Etc. etc. Wäre fein, wenn der eine oder andere mir weiterhelfen könnte. Vielleicht hat ja schon einer von euch diesen Eingriff hinter sich!?
Wenn ich mir meinen Bericht so ansehe, klingt das Ganze sehr negativ. Das war absolut nicht beabsichtigt: im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meinem Leben. Aber es liegt in der Natur des Menschen, immer nach vorne in Richtung eines besseren Lebens zu streben.
Deshalb rate ich jedem: Gebt nie auf! Es gibt immer einen Weg. Man muß nur ausdauernd sein, nach dem Motto: was mich nicht umhaut, macht mich stärker!
Grüße
Ossi