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bericht michael2
arzt: dr. tarfusser

 

 

Geschrieben von Michael2 am 13. März 2002

hier mein Bericht von meiner ETS-OP von vor zwei Wochen:

Symptome:
Erröten in vielen sozialen Kontakten, erröten und starkes schwitzen bei Panikattacken in Extremsituationen und durch die Angst vor dem Erröten, Depression durch die Angst, vermehrtes schwitzen im Gesicht schon nach leichten Belastungen

Anamnese:
6 Monate Psychoanalyse, 2 Jahre medikamentöse Therapie, 3 Monate Tagesklinik für psychische Erkrankungen

Ergebnis der vorherigen Behandlungsformen:
Kein Erfolg in Bezug auf die Symptomatik- Einziges Wirkungsmittel – Die Einnahme von Benzodiazepinderivaten in starken Dosierungen (mit starkem Abhängigkeitspotential).

Schlüssel:
Nach langen Suchen im Internet war für mich die endoskopische transthorakale sympathektomie, der einzige Ausweg mit Aussicht auf Besserung.

Handlung:
Absprache mit Herrn Dr. Tarfusser und anschließender Terminvereinbarung für eine ETS-OP

Anreise:
Donnerstag Abend von Düsseldorf aus nach Meran(I), 8 ½ Stunden Fahrtzeit

Behandelnder Arzt:
Dr. Ivo Tarfusser sowie Dr. Friedrich als Anästhesist

OP-Verlauf/Krankenhausaufenthalt:
Ich hatte keine Schmerzen nach der OP und war schon am Nachmittag wieder topfit, nervig war nur die ständige Blutdruckmesserei (auch in der Nacht).
Das Personal ist sehr nett und bemüht sich. Die Klinik selber bietet nicht gerade einen Hightech Anblick. Ich hatte ein Einzelzimmer.

Nebenwirkungen(bis zum heutigen Tag):
trockene Hände (aber nicht schuppend oder so…)

Abreise:
Nach der Entlassung am Samstag und einem ausgiebigen Gespräch mit Herrn Dr. Tarfusser und einem Spaziergang durch die Laubengasse in Meran erfolgte am selben Tag die Abreise nach Düsseldorf.

Resultat:
Kein erröten, kein Schwitzen im Gesicht, bei einer Panikattacke wird die Reaktion (starkes schwitzen im Gesicht) komplett auf die unteren Extremitäten umgeleitet.

Für mich ist das Ergebnis subjektiv, wie objektiv betrachtet eine 100% Verbesserung meiner Lebensqualität. Ich hatte seit der OP die Möglichkeit diese ausgiebig auszutesten, da ich 1 Woche vorher meinen Job gewechselt habe. Und jetzt fast tagtäglich neuen Menschen vorgestellt werde, oder in mir unangenehmen Situationen gerate.
Allein die Tatsache, diese OP gemacht zu haben und zu wissen, dass ein wichtiger Nerv abgeklemmt worden ist – Mach mich schon stärker und Selbstbewusster.
Alle erlebten Situationen, die ich sonst bereits im Vorfeld durch die Einnahme von Diazepam, etc. einzudämmen versuchte, stellen sich als harmlos da.
Und als ich wirklich in einer stressigen Situation, eine Panikattacke bekam (helles Restaurant beim Geschäftsessen in einer Diskussion) verlagerte sich das Schwitzen auf die Beine.
Durch die nicht Sichtbarkeit meines Schwitzens, sprich das Resultat meiner Angst, wurde der Angstkreislauf durchbrochen und das Schwitzen stellte sich wieder ab. Durch den Eingriff und seine positiven Folgen habe ich einfach viel weniger Angst im Leben. Für mich wirklich ein voller Erfolg.

Michael