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bericht kathrin
arzt: dr. tarfusser

 

 

Geschrieben von Kathrin am 22. Februar 2002

Hallo,
wie versprochen nun mein Bericht. Gleich zu Anfang muß ich nun doch feststellen, daß mich der doch relativ kleine Eingriff ziemlich aus der bahn geworfen hat. Ich steh immer noch ziemlich neben mir, habe zwar keine Schmerzen
aber ich komm nicht so richtig auf die Beine. Aber es ist ja auch grad mal 3 Tage her und es wird schon besser werden.

Also, am Montag abend kam ich nach 12 Stunden Zugfahrt 18.30 Uhr in Meran an. Die Hinfahrt verging relativ schnell, zumal auch ab München die Landschaft immer schöner wurde . Ich fuhr dann mit dem Taxi zum Kölpinghaus und war angenehm überrascht. Alles ordentlich und sauber, was mir immer sehr wichtig ist. Ich ging auch sehr bald ins Bett, da ich sehr müde war. Trotzdem konnte ich die Nacht sehr schlecht schlafen. Zuviel ging mir durch den Kopf. Wird alles gut gehen, werd ich danach große Schmerzen haben usw., usw..

am nächsten Morgen zahlte ich im Hotel und machte mich gegen 7.30 Uhr in die Klinik. Sie ist ja nur ein paar Meter vom Kölpinghaus entfernt, was sich für mich am nächsten Tag noch von Vorteil erweisen sollte (dazu später mehr).

Ich meldete mich in der Klinik an der Rezeption an und wurde in den ersten stock geschickt. Der Wartebereich füllte sich bald mit älteren operierten Osterreichern und Italienern und ich verstand kein Wort. Ich mußte dann noch eine Weile warten. An dem Dienstag waren viele OP´`s und Entlassungen bzw. Neuaufnahmen, wie lange nicht mehr. Es war ziemlich viel los und ich wollte nur, daß es nun auch für mich endlich losgeht. Ich wurde durch die Warterei total müde und wollte endlich auf mein Zimmer ins Bett.
Einige Ärzte liefen ständig über den Flur und ich hatte ja versucht durch dies Telefonat und die Stimme von Doc. Tarfusser mit ein Bild vom Doc. zu machen.

Na ja, nach einiger Zeit schwebte ein Arzt in einer total ruhigen Art über den Flur und ich dachte mir, das könnte er ja eigentlich nur sein. Und er war es auch. Er entschuldigte sich erstmal bei mir für die Warterei und dann bat er mich zum gespräch. Ich schilderte ihm meine Erfahrungen mit dem Rotwerden und er klärte mich über den Ablauf der OP und die Risiken auf. Es war sehr angenehm, vo allem auch seine Geschichten privater Art. Sehr lustiger Typ.
Wir redeten so ca 1, 5 Stunden und da ich merkte, daß er sich viel zeit nahm, wuchs mein vertrauen und ich fühlte mich sehr sicher.
Meine Aufmerksamkeit wurde auch immer geringer, was er auch merkte. Ich war so was von müde. Er brachte mich auf mein Zimmer und er sagte, daß Doc. Friedrich noch kommen würde. Ich hab mich dann noch etwas hingelegt und harrte der Dinge, die da nun auf mich zu kommen würden.

Ich lag kaum im Bett, da platzte auch schon Doc. Friedrich ins Zimmer. Er ist das ganze Gegenteil vom doc. Tarfusser. aber nicht unfreundlich. Einfach nur anders. Na ja, er erklärte mir die ganze Prozedur der Narkose, wie es mir hinterher gehen würde usw.. Dann mußte ich mir das OP-Hemd und die OP-Strümpfe anziehen und dann ging es auch schon los. Ich war doch überrascht, wie schnell nun alles ging. Er fuhr mich auf der Bahre zum OP-Raum und dann legte ich mich auf den OP-Tisch, wurde noch rasiert, bekam die Infusion angelegt, bekam noch etwas zu trinken per Infusion und dann bekam ich das Narkosemittel gespritzt. Und das innerhalb von 5 Minuten. Das ging alles so schnell. Ich hab dann an Urlaub, Sonne und Strand gedacht aber mit dem Traum, den der Doc mir versprochen hatte, hat es leider nicht geklappt. Ich empfand das schnelle Wirken der Narkose sls sehr unangenehm. Ans Aufwachen kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Einige ETSler haben ja geschrieben, daß sie von der Bahre in ihr bett steigen müssen. Für mich absolut undenkbar. Die OP war so gegen11.15 Uhr und 12.00 muß ich wohl wieder im Bett gewesen sein. Da wurde jedenfalls das erste mal bluddruck gemessen. So gegen 15 Uhr bin ich das erste mal zu mir gekommen, so halbwegs jedenfalls. Ich habe ziemliche Schmerzen der Brust wahrgenommen und Probleme mit dem Atmen. Beide Docs müssen wohl auch mal bei mir gewesen sein, ich nahm immer nur irgendwelche gestalten wahr, die auf mich einredeten.
So gegen 16 Uhr wurde ich ich im Rollstuhl zum Röntgen gefahren. Ich dachte nur auweis, das kann doch nicht wahr sein. Mein Kreislauf war absolut im Keller, ich hatte probleme mich im Rollstuhl zu halten. Zum Glück war es schnell vorbei und ich wollte nur noch schnell ins Bett. 3 mal hab ich mir Schmerzmittel geben lassen, die Schwestern und auch der Pfleger waren sehr nett. Nur das ständige Blutdruck messen hat mich genervt. So alle halbe Stunde. Zum Abendbrot gab es eine brühe mit 2 Zwieback. Und ich mußte mich im Bett hinsetzen. Das hab ich als sehr unangenehm empfungen. Schnell alles hintergeschlungen, so daß ich mich schnell wieder in die waagerechte begeben konnte. Und ich hatte so einen Hunger. Eine richtige Pasta wäre mir lieber gewesen.

So langsam ging es mir etwas besser. Nun war ich natürlich neugierig, wie ich im Gesicht aussehen würde und ich quälte mich aus dem Bett. Ich sah eigentlich von der Hautfarbe ganz normal aus, hatte gaaaanz leicht gerötete Wangen. Aber die Röte war anders als vorher.

Doc tarfusser kam dann auch nochmal bei mir vorbei und erzählte mir, daß alles gut verlaufen sei. Er sagte mir dann noch, daß ich mir zur Nacht eine Schlaftablette und eine Schmerztblette geben lassen sollte, daß ich Nachts ein paar Stunden schlafen kann. Ich muß wohl sehr schlecht ausgesehen haben. Und ich solle viel trinken, damit mein Kreislauf wieder in schwung kommt. Was ich dann auch gemacht habe.
Ich schlief dann nochmal bis 20 Uhr, ließ mir die Tabletten geben und war komischerweise putzmunter. Schmerzmittel brauchte ich mir nicht mehr geben zu lassen. Ich war stündlich wach und hatte schrecklichen Hunger. Anscheinend hat mich mein Hunger nicht schlafen lassen.
Mit Grausen dachte ich daran, daß ich ja am nächsten Tag 12 Stunden wieder mit dem Zug nach Hause fahren müßte. Ich konnte mir das einfach nicht vorstellen, so schlapp war ich. Ich dachte daran, evtl. noch einen Tag und eine Nacht im Kölpinghaus auszuruhen.
am nächsten Morgen konnte ich das Frühstück (das karge) kaum erwarten.
8 Uhr kam dann nochmal der Doc T. vorbei und ich fragte ihn erstmal, wann ich aus dem Zimmer raus müßte. Zum Glück konnte ich noch bis 10 Uhr im Bett bleiben, ich wäre fast wieder eingeschlafen.
So gegen 10.15 packte ich dann meine Sachen und ging erstmal an die Rezeption bezahlen. schon nach dieser Aktion war ich wieder Bettreif.
Anschließend verabschiedete ich mich von den Schwestern, nahm meine immer schwerer werdende Tasche und ging raus aus der Klinik. Draußen mußte ich erstmal tief durchatmen. Mein Zug fuhr ja erst 11.45 Uhr und so entschloß ich mich, hoch zum Kölpinghaus zu laufen und noch einen Kaffee zu trinken.

Der Weg da hoch wurde immer länger,aus den 200m wurden 2000m, ich dachte das kann doch nicht sein, wie willst du nur die Zugfahrt überstehen. Im Kölpinghaus machte ich es mir dann in der Sitzecke so halbwegs bequem und rang immer noch mit mir. Fahr ich nun nach Hause oder bleib ich noch einen Tag. Auf einmal hatte ich auch ziemliche Schmerzen, aber der Doc. hatte mir ja 4 Schmerztabletten mitgegeben (Voltaren), ich nahm gleich eine und es ging mir langsam besser. Ich ließ mich dann mit dem Taxi zum Bahnhof fahren und war heilfroh, als ich im Zug saß.
Ich merkte schnell, daß ich im Zug entspannter wurde und die Schmerzen ließen langsam nach. Ich hab dann immer nach 5 Stunden eine Tablette nehmen müssen und so kam ich nachts halb 12 in Berlin wieder an.
Ich war ziemlich erledigt, konnte aber auch diese Nacht wieder nur 4 stunden schlafen, so daß ich gestern immer noch sehr müde und schlapp war.
Mit dem rotwerden hatte ich während der Zugfahrt schon ein positives Erlebnis.
Ich hatte ja meinen Kindern versprochen, mich jeden Abend zu melden, was ich aber nicht machen konnte, weil ich eine sperre in Italien in meinem Handy hatte.
Na ja, 3 Stunden vor Berlin holte ich dann mal wieder mein Handy raus und siehe da die Sperre war weg. Natürlich war eine sMS drauf, daß ich mich melden solle, weil mich keiner erreicht. Ich rief dann zu Hause an und bekam mit, daß meine tochte ziemlich geweint hat, weil ich mich nicht gemeldet habe. Na ja, ich hab mich innrlich wieder ziemlich aufgeregt, hab dann einen super starken großen Kaffee ind der Mitropa getrunken und ging dann wieder auf meinen Platz. Irgendwie war ich total ruhig, meine wangen überhaupt nicht rot und ich merkte am Bauch so ein kühles komisches gefühl, ich denke es war dieses Schwitzen auf die Stressreaktion. Normalerweise habe ich nach solchen Aktionen verbunden mit Kaffeetrinken immer total geglühlt. Ich war total happy.
Ich habe ein gesunde Gesichtsfarbe, bin nicht total bleich und bin jetzt wirklich neugierig, wie es weitergeht. Die Narben unterm arm drücken ein wenig, ist aber nicht der rede wert.

alles in allem muß ich sagen, bin ich froh es gemacht zu haben. Ich renn jetzt auch nicht ständig zum Spiegel. Einfach abwarten.
Mein Bericht ist nun doch sehr lang geworden, ich hoffe nicht zu lang.

Meran ist ein schöne, kleine stadt aber irgendwie fehlte mir die 2 Tage der Blick dafür. Ich werd auf jeden fall irgendwann mal ein paar Tage hinfahren, um mir alles in Ruhe anzuschauen.

Ach so, wichtig ist es auf jeden Fall, daß man keinen Husten hat, wenn man die OP machen läßt. Das ist sicher sehr schmerzhaft, wenn man nach der OP husten muß. Ich muß jezt ab und zu mal husten und das fällt mir sehr schwer. Aber es geht, weil schon einige Tage vergangen sind. Deshalb absolut topfit zur OP fahren.

also, viele liebe grüße von der langsam sich erholenden Kathrin


Update von Kathrin am 20. März 2003

Hallo,
heut möcht ich von meinen Erfahrungen nach meiner ETS im Februar 02 berichten.
Also nach anfänglicher Euphorie nach der OP und dem Gefühl, daß ich tatsächlich nicht mehr so rot werde(ich nenns mal Placebo), wurde ich einige Zeit nach der OP, also so ca. 3 Wochen wieder rot. Bei mir hat die ETS leider keinerlei positive Auswirkungen gehabt. Ich leide immer noch an dem schnellen und langsamen Erröten. Das hat mich doch in ein ziemliches Tief gerissen. Ich habe mir vor einiger Zeit noch Dociton verschreiben lassen und nehm es kurz vor belastenden Situationen, also nicht regelmäßig. Auch das zeigt bei mir keinerlei Wirkung mehr. Meine nach der OP schönen warmen Hände sind auch nicht mehr warm, sondern kalt wie vorher.
Dazu kommt noch, daß es mir vom Allgemeinzustand schlechter geht als vorher, bin lange nicht mehr so leistungsfähig, kaum belastbar.
Mein Ruhepuls ist niedrig, so um die 60, aber ich hab nicht das Gefühl, daß es mir gut tut.

Ich habe auch schon an eine 2. OP gedacht aber ich habe Angst davor, daß es wieder eine Entäuschung wird. Ich kann es mir nur so erklären, daß bei mir der falsche Nerv geklammert wurde oder an der falschen Stelle. Oder die Klammern sind verrutscht.
Bitte dieses Update unter Berichte stellen
lieben Gruß von

Kathrin