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bericht jk
arzt: dr. tarfusser

 

 

geschrieben von jk am 15. Januar 2002

Erfahrungsbericht – ETS-Operation

Es ist jetzt 09:17 Uhr am Dienstag, den 15.01.2002. Dr. Tarfusser hat mich vor etwa einer halben Stunde aus der Klinik entlassen. Nun sitze ich im Zug Richtung Frankfurt.
Nachdem ich im vorweihnachtlichen Schneechaos mit dem Auto 13 Stunden für eine Strecke von ca. 120 km benötigte, entschied ich mich für eine Zugfahrt nach Meran. „Frankfurt à Meran à Frankfurt“ kostet insgesamt etwa € 175,- und dauerd jeweils ca. 8,5 Stunden. Vor genau 48 Stunden begann also meine Reise zu dem erhofften neuen Lebensgefühl. In Meran angekommen brachte mich ein Taxi bis zu meinem Hotel, dem „Kolping Haus“. Ideal gelegen, ca. 200 m von der Klinik entfernt, gut und preiswert. Vor lauter Aufregung wachte ich am nächsten Morgen viel zu früh auf und musste irgendwie nervös die Zeit totschlagen.
Um 10 Uhr hatte ich dann ein letztes ausgiebiges Gespräch (ca. 1 Stunde) mit Dr. Tarfusser über meine Leidensgeschichte und die Operation. Dr. Tarfusser gebührt ein außerordentliches Lob. Er nahm sich sehr viel Zeit für mich, ging auf alle Fragen ein und erklärte den Operationsablauf sowie mögliche Risiken und Nebenwirkungen sehr ausführlich. Seine verständnissvolle Art sorgte für eine sehr angenehme Atmosphäre. Obwohl ich keinen der anderen Ärzte auf diesem Gebiet kenne, habe ich den Eindruck gewonnen, dass Dr. Tarfusser definitiv zu den besten Ärzten für diesen Eingriff zählt. Anschließend sprach ich mit Dr. Friedrich, dem Anästhesisten. Etwas zackig der Kerl, aber in Ordnung.
Gegen 12 Uhr wurde ich in den OP-Saal geschoben. Dort bekam ich Elektroden angelegt, um meinen Kreislauf überwachen zu können. Es waren Dr. Tarfusser, Dr. Friedrich und 2 Assistentinnen anwesend. Kurz nachdem Dr. Friedrich mir das Narkosemittel verabreichte, schlief ich tief und fest ein. In dem vorangegangenen Gespräch mit Dr. Tarfusser entschied ich mich für das sogenannte „Klammern“. Dabei werden die Nerven nicht durchtrennt, sondern auf beiden Seiten mit jeweils 2 Titan-Clips abgeklemmt. Vorteil: Bei zu starken Nebenwirkungen (z.B. beim kompensatorischen Schwitzen) kann der Eingriff innerhalb von etwa 8 Wochen rückgängig gemacht werden. Die Operation erfordert jeweils 2 kleine Schnitte in den Achselhöhlen, weshalb man sich vorher rasieren sollte. Ein Eingang für Kamera und Licht, der andere Eingang für Werkzeug und Klammern. Vor dem eigentlichen Eingriff wird der Brustkorb mit ca. 2 Liter CO2 „aufgepumpt“, um etwas mehr Platz zu bekommen.
Nach ca. 40 Minuten war der Eingriff wohl beendet und ich wurde zurück in mein Zimmer kutschiert. Die Erinnerungen sind sehr vague..... Irgendwann bekam ich auch noch eine Infusion, um meinen Kreislauf zu stabilisieren. Der vorangekündigte Schmerz im Brustbereich war nicht sehr angenehm, aber „vollkommen normal“. Zum Glück bekommt man ausreichend Schmerzmittel und kann auch ständig „nachbestellen“. Mein Blutdruck wurde alle 20 Minuten gecheckt, aber auch das war „völlig normal“. Ca. 4 Stunden nach meiner OP wurde mein Oberkörper geröntgt um den Sitz der Klammern und mögliche Gasrückstände zu kontrollieren. Ich war immer noch sehr schwach auf den Beinen und auch ein Übelkeitsgefühl war deutlich spürbar.
Irgendwie habe ich mich die ersten 4-5 Stunden nach dem Eingriff sehr matt und schlapp gefühlt. Ich war in einem Dämmerzustand, der immer wieder durch das Messen des Blutdrucks unterbrochen wurde. Insgesamt erinnere ich mich sehr ungerne an diesen Zustand; war extrem unangenehm.... Zum Glück kümmerten sich die Schwestern rührend um mich. Wenn ich nicht gerade im Halbschlaf war, vertrieben mein Zimmernachbar und ich uns die Zeit mit Fernsehen. Abends gegen 18:30 Uhr bekam ich Essen. Ich richtete mich langsam auf, schwankte zum Tisch und war froh mich wieder setzen zu können. Nach ca. 3 Nudeln hatte ich keine Kraft und auch keinen Appetit mehr. Ich legte mich wieder hin und döste weiter. Zwischendurch kamen Dr. Tarfusser und Dr. Friedrich nacheinander vorbei, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Dr. Tarfusser teilte mir mit, dass „alles völlig komplikationsfrei verlaufen“ ist und was ich die nächsten Tage zu beachten habe.
Abends ging es mir dann allmählich besser. Das Mattheitsgefühl verschwand und es blieben lediglich erträgliche Schmerzen im Brustbereich und eine leichte Müdigkeit. Gegen 22 Uhr nahm ich eine Schlaftablette und schlief bald darauf ein.
Nach einer unruhigen Nacht mit häufigem Lagewechsel wachte ich am nächsten Morgen gegen 5 Uhr auf und wartete bis die Schwester um 7 Uhr zum Blutdruckmessen kam. Danach gab es Frühstück, naja, ein Brötchen mit Marmelade. Die erste Nahrung seit ca. 32 Stunden. Trotzdem hielt sich mein Hunger stark in Grenzen. Gegen 7:30 Uhr schaute Dr. Friedrich vorbei. Um 8:15 Uhr traf ich Dr. Tarfusser zum letzten Mal. Er erkundigte sich nochmals nach meinem Befinden. Ich bedankte mich recht herzlich bei ihm und machte mich startklar für die Heimreise. Unten, an der Rezeption bezahlte ich die Rechnung (inkl. Narkose, OP und Übernachtung ca. € 3.000) und erhielt die Quittungen sowie einen OP-Bericht von Dr. Tarfusser. Ein Taxi brachte mich zum Bahnhof und nun sitze ich im Zug und schreibe diesen Bericht.

Ob der Eingriff erfolgreich war, wird sich die nächsten Tage und Wochen zeigen. Die einzige Wirkung, die ich unmittelbar nach dem Erwachen feststellen konnte und die bis jetzt auch anhält, sind meine trockenen und sehr warmen Hände. Sollte sich der gewünschte Effekt einstellen – und davon gehe ich aus – so kann ich nur jedem diesen Eingriff ans Herz legen. Die zu tragenden Kosten und Schmerzen dieser Behandlung sind vergleichsweise gering, setzt man sie in Relation zum neuen Lebenswert.
 
Ciao,
JK


Adressen
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Dr. Ivo Tarfusser
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I-39012 Meran
Tel: 0039-0335-241686, 0039-0473-237312, 0039-0473-237312
Fax: 0039-0473-258070
e-Mail: summit@em.parsec.it


Privatklinik Villa St. Anna
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I-39012 Meran
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