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bericht gerhard
arzt: dr. tarfusser

 

 

Geschrieben von Gerhard am 14. November 2002

Hallo,
meine ets war am 13.mai dieses jahres, bei dr.tarfusser.
bis zu diesem zeitpunkt, litt ich seit 20 jahren (bin jetzt 37j.) unter schwerer erythrophobie, welche mein leben dominierte.
etliche psychotherapien, auch monatelange stationäre behandlungen mit verhaltenstherapeutischer und tiefenpsychologischer ausrichtung,hatten an diesen zustand wenig geändert. auch hatte ich eine vielzahl psychopharmaka ausprobiert ohne wesentliche besserung, mit ausnahme des betablockers "dociton", welches ich in hoher dosierung (80-160mg tägl.) zu mir nahm und beruhigend auf meine herz-kreislauftätigkeit wirkte. auf die negativen folgen dieser krankheit-auf mein privates und berufliches leben- möchte ich jetzt nicht näher eingehen, da sie allen betroffenen hinlänglich bekannt sein dürften. deshalb zum wesentlichen meines berichts.
1.Erröten: seit meiner op ist es definitiv rein äußerlich nicht mehr aufgetreten. nach ungefähr 14 tagen, merkte ich in einer mir unangenehmen situation, wo mich personen zum erröten bringen wollten,ein starkes aufsteigendes hitzegefühl, welches bei mir sofort unsicherheit und nervosität hervorrief, da ich nicht genau wußte, ob ich nicht schon wieder rot werde. anhand der reaktionen meiner mitmenschen merkte ich jedoch, dass ich keinesfalls rot wurde, wie ich es annahm. außerdem blieb der damit verbundene blutandrang in den kopf, wie es sonst üblich ist beim erröten aus.
trotzdem meldete sich der psychische faktor angst zurück.sodass ich fast täglich dieses unangenehme aufsteigen des hitzegefühls bei bestimmten sozialen kontakte hatte. erst langsam gewann ich immer mehr selbstbewußtsein, dass mir auch in solchen situationen nichts passieren konnte. seit ungefähr 2 monaten, findet auch dieses aufsteigen der hitze ins gesicht nicht mehr statt.
Komp.Schwitzen: in der nacht nach der op hatte ich sehr stark geschwitzt, seitdem erfolgte kein nächtliches schwitzen mehr.
cs stellt sich wie erwartet, bei sommerlichen temperaturen ab 25 grad ein.
jedoch muß ich sagen, alles im erträglichen zustand. es gibt sogar tage, wo ich draußen bei über 30 grad spazieren ging, ohne das es zum schwitzen gekommen ist!
ein stressbedingtes schwitzen, konnte ich bei mir bis jetzt noch nicht feststellen. hände sind seit der op trocken, weder spröde noch auffallend rissig. nur nach dem händewaschen, muß ich sie eincremen, da sie sonst zu trocken sind. auch in sachen hände bin ich sehr zufrieden, da ich seit meinem schuleintritt, in stressbedingten situationen an diesen sehr schwitzte, was mit zunehmenden lebensalter, besonders im hochsommer sehr lästig war. es entwickelte sich daraus aber nie ein seelisches problem,da man mir im gegensatz zum erröten es nie ansah.
Allgemeinbefinden: bis jetzt konnte ich keine gesundheitlichen nebenwirkungen durch die ets bei mir feststellen. ich gehe jetzt viel gelassener und ruhiger, in früher für mich belastende situationen. auch hat sich meine soziale kontaktfähigkeit erheblich gebessert, sodass mir der ausbruch aus meiner 20-jährigen sozialen isolation gelungen ist.
muß aber dennoch erwähnen, dass eine gewisse unruhe und nervosität, immer noch vorhanden ist, sodass ich weiterhin den betablocker in stärke 40mg tägl. zu mir nehme. dies führe ich aber mehr auf meine berufliche situation zurück. auch stört mich nach wie vor starker harndrang und ich leide immer noch wie früher unter schlafstörungen.
was für mich ein beweis ist, dass es sich bei der erythrophobie, als auslöser der krankheit, um ein schwaches autonomes nervensystem handelt. erst später treten als folge dessen, psychische probleme auf.
Fazit: die ets, war für mich prsönlich, nach so langer leidenszeit,dass beste was ich gegen diese krankheit tun konnte. ich bin mit dem ergebnis bis jetzt, sehr zufrieden und bedaure es sehr, dass ich nicht schon vor 10 jahren die möglichkeit kannte sich operieren zu lassen.
ferner möchte ich mich recht herzlich bei allen hier bedanken, die durch ihre informativen beiträge im forum mir die möglichkeit gaben, die richtige lösung für mein problem zu finden.
sowie dr. tarfusser, dem ich mein neues leben verdanke.
Mfg
 
Gerhard