_endoskopische transthorakale sympathektomie

vorwort zur ets: "endoskopische transthorakale sympathektomie"

  diese op ist nur als LETZTER SCHRITT aller möglichkeiten anzusehen!!! nur, wenn 
  ALLE anderen massnahmen ausgeschöpft wurden und man sich ausgiebig mit der
  thematik auseinandergesetzt hat, ist diese operation in betracht zu ziehen.
 

für wen?

diese op ist nur für betroffene gedacht, welche einem enorm hohen leidensdruck unterliegen und bisher wirklich ALLE maßnahmen ergriffen haben. diesbezüglich wird auch von den ärzten sorge getragen. für menschen, die sich seit jahren völlig von der außenwelt abgekapselt haben oder vielleicht sogar mit suizid-gedanken spielen, kann diese op die rettung sein.
die ets ist keine schönheits-op, sondern ein eingriff ins nervensystem! zu warnen ist hier auch vor ärzten, die diese op mal eben so mit in ihr programm aufnehmen. eine liste guter ärzte findet man weiter unten auf der seite.
hinweis: nicht geeignet ist die op für ein ständig gerötetes gesicht und nur bedingt für lang anhaltendes erröten. diese op zielt auf "ganzflächige schnellerröter". eine individuelle absprache ist unerlässlich.  

  
fakten

bei der ets handelt es sich um eine minimal invasive operation. bei der operationstechnik handelt es sich um ein verfahren der brusthöhlenspiegelung ( thorakoskopie ). der patient wird in narkose versetzt und jeweils 2  ca. 10 mm lange hautschnitte unter der achsel ( bei manchen auch an der brustwand ) pro seite ermöglichen dem arzt, "trokare" einzuführen. in diesen trokaren befinden sich kamera und instrumente, welche dadurch eingeführt werden können. 
dann wird kohlendioxid in die brusthöhle gepumpt, um die lungenflügel zusammen- zudrücken. dies ist für ein bessere einsicht unerlässlich. 

dann wird der sympathische grenzstrang gesucht, freigelegt und entweder durch hitzeeinwirkung durchtrennt ( cutting ) oder mittels titanklammern 2-fach hintereinander geklammert ( clamping ). die wunden werden mit resorbierbarem nahtmaterial geschlossen.
danach wird die luft abgesaugt, die trokare entfernt und die 2. körperseite operiert.
 

die erfolgsqoute liegt laut angaben der chirurgen bei ca. 90 %, wobei ca. 75 % gar nicht mehr erröten, ca. 11 % nur noch in extremsituationen und ca. 4 % erröten  noch so, dass es als nicht störend empfunden wird. bei den restlichen 10 % hat die op keinen erfolg. zu beachten ist, dass bei der umstellung des körpers nach der op eine "rückbildung" des erfolges eintreten kann durch eine "restrukturierung" der nervenbahnen. dies beträfe wiederum ca. 10 % der erfolgreich behandelten.
die erfolgsquote der mitglieder des forums dieser homepage ist nicht so optimistisch. laut foren- und mail-feedback liegt die erfolgsquote hier bei ca. 85%. 70% erröten gar nicht mehr und 15% erröten seltener. bei ca. 15% hat die op keinen erfolg gebracht. die rückbildungsquote der erfolgreich operierten patienten ( auch noch nach jahren ) liegt bei über 20%!! sprich: sie werden wieder rot ( einige seltener, andere wie vorher ).
wichtig: die nebenwirkungen ( vor allem schwitzen und überhitzen ) sind bei knapp über 20% der erfolgreich operierten ( was das erröten betrifft ) so stark, dass sie die op bereuen!

- die ets wird auch als esb ( endoskopische Sympathikusblockade ) bezeichnet
- der neue begriff etsc bedeutet: ets geklammert

weiterführende infos zur op findet man hier: dr. tarfusser

 fotos ( © dr. tarfusser / erythrophobie.de ):

 clips.jpg (21553 Byte)  zange.jpg (39315 Byte)  eingriff.jpg (47027 Byte)
 
       titanclips                zange                  eingriff
  

 

esb-studie der universität oulu

http://herkules.oulu.fi/isbn9514274571/isbn9514274571.pdf
  

op-bericht ( beispiel von dr. tarfusser )

Eingriff: endoskopische transthorakale interganglionäre neurokompression des truncus sympathicus ( th 1-2 ) mittels titanclips

operateur: dr. tarfusser
anästhesist: dr. friedrich

intubationsnarkose. cm-lange inzision in der linken achselhöhle ( vordere axillarlinie ). stumpfes präparieren des subkutanten kanals bis zur darunterliegenden rippe. vorschieben einer verres-nadel in die pleuralhöhle und insufflieren von ca. 2 liter co2. anschließend einführen eines resektoskops in die brusthöhle, ausschluß von läsionen der lungenoberfläche. die anatomischen verhältnisse scheinen regelmäßig. nach zweifelsfreier ermittlung der untergrenze des ganglion stellatum wird die pleura wenige millimeter unterhalb, im niveau des oberrands der 2. rippe fenestriert. mit hilfe eines durch einen 2. trokar in der mittleren axillarlinie eingeführten clipsapplikators ( storz ) wird der nerv unterhalb des ganglion stellatum mit 2 titanclips geklammert. entfernen der instrumente, exsufflation, intrakutane hautnaht mit vicryl rapid. anschließend analoge vorgehensweise rechts.

mögliche komplikationen

  kein arzt kann einen erfolg garantieren!
 
  - "pneumothorax": verbliebene luft oder kohlendioxid im brustraum nach op: kann
    absaugschlauch erforderlich machen
  - "horner-syndrom": engstellung der pupille, hängendes oberlied, zurücktretender
    augapfel; verantwortlich hierfür verletzung des nervs im bereich des "ganglion
    stellatum"; tritt bei einem guten arzt eigentlich nicht mehr auf
  - erfolgloser eingriff
  - allgemein bekannte op-risiken, wie entzündungen, ...

mögliche nebenwirkungen

  - gustatorisches schwitzen: verstärkte schweißneigung bei best. geruchs- oder
    geschmackswahrnehmungen
  - teilweises schlappheitsgefühl bis hin zur zeitweisen antriebslosigkeit
  - "rückentwicklung" durch funktionsübername durch andere nerven ( ca. 20%
    wahrscheinlichkeit, aber etwas weniger intensiv ) oder "brückenbildung" von nerven
  - weniger tränenflüssigkeit: trockenere augen
  - verdauungsprobleme ( magendruck, blähungen, durchfall )
  - kalte hände und/oder füße 
  - bei männern: erhöhte temperaturen im hodenbereich ( schlechteres sperma? )
  - libidorückgang ( bei männern erektile dysfunktion, impotenz )
  - erhöhtes schlafbedürnis
  - starkes nächtliches schwitzen
  - schnelle übersäuerung der muskeln nach körperlicher anstrengung
  - erhöhte temperatur-"fühligkeit" ( sowohl kalt als auch warm )
  - verlangsamte wundheilung nach einer verletzung
  - erhöhte stressempfindlichkeit 
  - sehr ( zu ) starker abfall des kreislaufs, evtl. drastischer pulsabfall ( selten )
  - atemprobleme durch die nase ( selten )
  - bei einer falschlagerung der arme bei der op kann es zu einer vorübergehenden 
    lähmung der oberarme bzw. schultern kommen ( selten )

  ! ets-geschädigte: http://home.swipnet.se/sympatiska/index3.htm 

definitive nebenwirkungen !!!!!!

  - kompensatorisches schwitzen: zunahme der schweißabsonderung an rumpf
    und beinen, meist bei körp. anstrengung oder hohen aussentemperaturen ab ca. 25°C, tritt
    individuell unterschiedlich auf und KANN einen gleichen leidensdruck erzeugen
    bei einigen ist dies so stark, dass sie es als kompensatorische hyperhidrose bezeichnen
  - deutlich längeres schwitzen als normal
  - trockene hände
  - thermoregulation des körpers wird verändert! gefühl der überhitzung im sommer

  häufig wird gefragt, wie man sich dieses kompensatorische schwitzen in der realität 
  vorstellen soll. einige beispiele: bei hohen temperaturen kann man ohne körperliche
  belastung einfach unter den achseln schwitzen, hat man im sommer oder bei körp.
  betätigung einen rucksack auf, kann es darunter "klitschnass" werden, beim sex 
  kann es ein erhöhtes schweißaufkommen geben, beim motorradfahren in einer 
  lederkombi kann es im hochsommer unangenehm werden: zusätzlich zum 
  schweiß kommt ein hitzestau, ... ). das alles ist nicht zu unterschätzen!
  erklärung: schwitzen dient zur thermoregulation. schwitzt man am kopf, kann 
  die kopfhaut relativ schnell durch windbewegung gekühlt werden. schwitz man nun
  aber nicht mehr am kopf, sondern am rumpf und an den beinen, kann dies so 
  nicht mehr stattfinden. der schweiß tritt an bedeckten körperstellen aus und die
  haut kann nicht gekühlt werden - hitzestau und schweißzunahme.

gegenindikationen

  - "ungenügender" leidensdruck
  - schwere herz-kreislauf- oder lungeninsuffizienz
 
- schwere erkrankung des brustfells
  - unbehandelte schilddrüsenüberfunktion
  - bestimmte allergien

kosten

  - ca. 3.000 €; in deutschland auch manchmal von der kk übernommen
  - tipp: bei op-wunsch in deutschland auf jeden fall rechtzeitig mit dem chirurgen
    bzgl. der kostenübernahme durch die kk kontakt aufnehmen
    ( kk-schlüssel: ETS: ICPM 5-043.1 )


hinweis: einige ärzte geben sich als "experten" auf dem gebiet der ets aus. sie führen
dann teilweise noch cuts ( durchtrennungen ) durch, manche sogar außerhalb th1-2.
bitte laßt die finger davon und wendet euch an erfahrene ery-ets-chirurgen!!
nachfolgend eine übersicht von ets-experten auf dem gebiet der erythrophobie.

diese op ist nur als LETZTER SCHRITT aller möglichkeiten anzusehen!!! nur, wenn 
ALLE anderen massnahmen ausgeschöpft wurden und man sich ausgiebig mit der
thematik auseinandergesetzt hat, ist diese operation in betracht zu ziehen.
 

ärzte

priv.-doz. dr. med. christoph schick 
isar klinik betriebs gmbh
–rieflerklinik-
prinz-ludwig-str. 6a
d-80333 münchen
tel  089-28636217
fax 089-28636215
info@hyperhidrosis.de 
http://www.hyperhidrosis.de
   

dr. ivo tarfusser
( spricht deutsch )
freiheitsstraße 63
i-39012 meran (bz)
iItalien
tel +39 335 241686
fax +39 0473 238070
summit@parsec.it

http://www.parsec.it/summit/hyper1d.htm

  

ass. prof. dr. timo  telaranta
( spricht deutsch )
ars medica klinik
i-00191 rom
italien
tel. +39 333 8604815
fax +39 06 64720939
telaranta@gmail.com
http://www.privatix.fi
http://www.arsmedicacasadicura.it

+

privatix klinik
fin-33200 tampere
finland
tel. +358 50 562 5495
fax +358 20 745 2001
telaranta@gmail.com
http://www.privatix.fi

   

m.d. ph.d faca ass. prof. göran claes
ansprechpartner: yvonne wadell
carlanderska medical center ( cmc )
carlandersplatsen
se-412 55 göteborg
schweden
tel +46 31 81 81 30
fax +46 31 81 80 66
yvonne.wadell@carlanderska.se
http://www.carlanderska.se/index_german.htm 
deutsche ansprechpartnerin:
dietlind kessler
tel 0521 23 99 381
fax 0521 23 99 380
dietlind.kessler@t-online.de
 

dr. reisfeld
1125south beverly dr. suite 500
los angeles
california 90035
tel 888 447 9328
fax 310 557 3581
http://www.sweaty-palms.com
   

ets-bilder ( von dr. koebe, würzburg ):
  
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tipps für bereits operierte:

- viel sport ( um kondition aufzubauen, schwitzen verzögert sich somit )
- saunabesuche in den ersten monaten streichen und danach auf ein minimum
  beschränken
- bei überhitzung im sommer: eiskaltes abduschen
- schüsslersalze und passionsfruchtsaft sollen schwitzneigung verringern
- gesunde, leichte ernährung, ausreichend trinken, mineralstoffe!
- wann immer es geht: im sommer - schuhe aus ( thermoregulation )
- jetzt gilt es, all den früheren angstsituationen zu begegnen!

  

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  weiterführende Literatur:

  "Angst vorm Erröten? Erytrophobie: Hintergründe, Auswege und Erfolgsberichte
  Betroffener", ISBN: 978-3-9808696-1-4, alles zum Thema "rot werden"
 

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  e-mail: webmaster@erythrophobie.de .

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