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bericht dani
arzt: dr. tarfusser

 

 

Geschrieben von Dani am 08.April 2002

meine ets liegt gut 4wochen zurück.leide seitdem an einer extremen schlappheit.bin letzte woche zum hausarzt,der hat mich direkt zum kardiologen überwiesen.dort wurden einige untersuchungen bzgl des herzens/kreislauf(ekg,ultraschall,etc.) durchgeführt.ich hatte während dieser untersuchung einen puls von gerade mal gut 30 schlägen.vor der ets hatte ich immer einen rp von 70-80.dies kann durch ekg,krankenhausaufenthalte etc. aus/in dem letzten jahr belegt werden.
für den kardiologen war dieser drastische pulsabfall unerklärlich,bis ich ihn die ets beichtete.er meinte,dass man nur hoffen könne,dass sich das wieder regulieren wird.ansonsten-schrittmacher.
dr t ist aber zuversichtlich,dass der puls wieder anzieht,was ich sehr hoffe,da die op ansonsten,in bezug auf ery,enorme linderung gebracht hat.
ihm sind aber auch fälle bekannt(wohl durch kollegen),bei denen der puls so niedrig geblieben ist und nun ausnahmslos mit schrittmacher leben.

p.s.ich möchte hiermit auf keinen fall die ets ,oder gar dr t, schlecht machen!!!trotzdem sollte man sich dieser,wenn auch wohl sehr, sehr seltenen nebenwirkung,bewusst sein.

... dem doc sind,wenn ich ihn da richtig verstanden habe,nur 3 oder 4 fälle bekannt. bei seinen bisherigen op,s ist dieses problem aber anscheinend nie aufgetaucht...
  
ich stelle da wohl die premiere dar,leider!!naja,jedenfalls hat er sich,nachdem ich ihn mein problem schilderte,und er zunächst noch von einem grippialen infekt ausging,später mit kollegen in verbindung gesetzt,die ihm dann ,besagte fälle, berichteten.
um wieviel schläge hat sich dein puls verlangsamt?
man liest ja doch teilweise über eine absenkung von15 schlägen!dies stellt ja für die meisten ets operierten kein problem dar,weil die überwiegende mehrheit ja vor der op einen "höheren" puls hat.aber was ist mit denen ,die einen niedrigeren rp haben,es vielleicht gar nicht wissen,da die pulswerte beim ekg nach 2stündigen warten, mit ery und sp im wartezimmer,derart angestiegen sind,dass sie nun ,anstatt im bereich von 50-60zu liegen,sich um 70-80 bewegen.
nimmt man einen rp von 50 und geht man von einer absenkung von 15 schlägen aus,eher extrem-dennoch möglich,kommt man in sehr,sehr kritische bereiche,in denen ich mich nun befinde.
ich habe mich sehr intensiv, mit den möglichen folgen einer ets, über einen langen zeitraum auseinandergesetzt.mich mit hs und cs befasst.aber mit diesem pulsabfall hab ich nun gar nicht gerechnet,bin da auch leider gar nicht drauf hingewiesen worden.
carsten dokumentiert,unter ets/nebenwirkungen,fälle die,nach der ets, über ein teilweises schlappheitsgefühl berichten.-bin ich vielleicht doch gar nicht die grosse ausnahme,mag es bei mir auch extremer ausgeprägt sein????

dani


Geschrieben von Dani  am 25. April 2002

trotz behandlung beim heilpraktiker,leichten sportlichen aktivitäten und einhaltung einer,von dr t ,vorgeschlagenen ernährungsweise,kann ich leider keine gravierende verbesserung meiner situation feststellen.

ich würde dir gerne etwas anderes berichten,aber mir geht es noch immer sehr bescheiden.ich hatte mich ,nach langen überlegungen und telefonaten mit dr t, zur re-op entschlossen und die klammern vor ca 3wochen entfernen lassen,da es mir ja sehr schlecht ging und dr t auch meinte,dass die wahrscheinlichkeit nun mehr als gering sei,dass sich die herzfrequenz, unter gg umständen, wieder erhöhen würde.
leider hat sich bis dato noch keine besserung meines zustandes eingestellt,leide noch immer unter extremer schlappheit und müdigkeit-die ich zzt mit einem herzmittel kompensiere-habe teils starke schmerzen im linken brustbereich,schwitze zeitweise sehr stark am ganzen körper und erröte wieder wie in alten zeiten vor der ets,wie es mir psychisch geht brauch ich dir ja wahrscheinlich nicht näher zu erläutern...,oder?arbeiten kann ich zzt jedenfalls nicht mehr.habe ,gott sei dank ,menschen an meiner seite,die mich etwas auffangen.
zur ets möchte ich noch anmerken,dass es anscheinend doch mehrere patienten gibt, bei denen der kreislauf, durch übermässige absenkung des puls etc,negativ beeinflusst wurde.man sollte sich nicht nur mit dem hs und cs,im falle einer ets, befassen,sondern auch mit dieser,sehr viel gefährlicheren,nebenwirkung.
 
liebe grüsse
 
dani
  


Geschrieben von Dani  am 15. Mai 2002

mir geht es echt übel.mein puls ist unverändert niedrig.ich habe schmerzen auf der linken seite,ein taubheitsgefühl im linken oberarm, teils heftige schweissausbrüche am ganzen körper(ausser hände),leide unter einer chronischen müdigkeit,schlappheit ,schwindel etc..kann nicht mehr arbeiten gehen.das beste: ich erröte wie vor der ets.da kann ich nur sagen:hätte ich die klammern bloss dringelassen.
liebe elli,die ets hat mein bisheriges,von ery geprägtes,ohnehin sehr bescheidenes leben ,nun ganz zerstört.ich werde mich von den folgen(physisch,psychisch,beruflich,finanziell)wahrscheinlich nie wieder erholen.

dani
 


Anmerkung Dr. Tarfusser am 27. Mai 2002

Wie wir wissen, kann der Ruhe- und Belastungspuls um einige Prozent nach einer ETS absinken. Im allgemeinen
ist dieser Nebeneffekt auch nützlich, weil er den Pulsanstieg beim Lampenfieber und beim Erröten mildert und
dadurch zur "Beruhigung" des sympathikogenen Reflexgeschehens beiträgt. Die Tatsache, dass die meisten ETS-
Chirurgen auch bei Erythrophobie entweder das gesamte Ganglion Th2 ausschalten oder eine doppelte
Unterbrechung unterhalb Th1 sowie unterhalb Th2 durchführen, dürfte diese reduzierende Wirkung auf die
Herzfrequenz verstärken (Wirkung ähnlich einer Betablockade). Ich habe lange Zeit ausschliesslich die obere
Unterbrechung (zwischen Th1 und Th2) durchgeführt, da dies die höchstmögliche gemeinsame Endstrecke für
diejenigen Signale darstellt, welche vom Zentralnervensystem zu den Gefässen des Gesichts ziehen (eine
zusätzliche Unterbrechung unter diesem Punkt hat diesbezüglich keine additive Wirkung). Bei Patienten mit
ausgeprägtem Herzrasen bei Aufregung habe ich im letzten halben Jahr, einer theoretischen Überlegung folgend,
auf der linken Seite den Grenzstrang zwischen Th2 und Th3 mit einem zusätzlichen Clip versehen.
So geschehen auch bei "dani". 2 Wochen postoperativ stellte sich jedoch bei diesem Patienten, über kürzere oder
längere Perioden im Tagesverlauf, ein Zustand der reduzierten Belastbarkeit und zeitweise der körperlichen
Erschöpfung ein. Anfangs fiel der Verdacht auf eine interkurrente Infektion (grippaler Infekt), nach einer Kontrolle
beim Hausarzt (und später beim Kardiologen) fiel aber die extrem niedrige Herzfrequenz auf (rund 40/min) auf. Im
Laufe der nächsten Tage wellenartiger Verlauf, wobei es klar wurde, dass subjektiv eine Besserung mit Anstieg der
Herzfrequenz einherging, Verschlechterungen (starke Müdigkeit) in direktem Verhältnis zur Verlangsamung des
Pulses standen. Nach 1 Woche dosierten Trainings und regelmässigen Messungen von Puls und Blutdruck,
wobei es immer wieder zu Rückfällen kam, fand ich es für das Sicherste, die Klammern zu entfernen, da nicht
vorhersehbar war, ob sich im Zuge weiteren körperlichen Trainings die Reaktion des Herzfrequenz auf Impulse des
Sympathikus in Richtung Normalisierung bewegen würde.
Da ich bei über 1000 Patienten noch nie eine solche Komplikation gesehen hatte, habe ich mich mit zwei weiteren
Kollegen mit grosser ETS-Erfahrung (Dr. Drott in Schweden und Dr. Telaranta in Finnland) in Verbindung gesetzt.
Die schwedische Gruppe hat unter mehreren Tausend operierten Patienten diese Reaktion bei 2 Patienten
festgestellt, Dr. Telaranta bei einem. Eigenartigerweise handelte es sich in allen Fällen, analog zu "dani", um
Männer mit schwererer körperlicher Arbeit, bei denen bei der Operation zwei Niveaus behandelt worden waren
(Th1-2 und Th2-3). Schwer daraus Rückschüsse zu ziehen, da demgegenüber zig Patienten mit gleicher
Charakteristik gegenüber stehen, bei denen keine Beschwerden aufgetreten sind.
Telarantas Patient wurde nicht rückoperiert, die Herzfrequenz lag nach einem dreiviertel Jahr noch relativ tief (45-
50), die Kreislaufstörungen hatten sich aber etwas gebessert.