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bericht chris
arzt: dr. schick

 

 

geschrieben von Chris am 29. Mai 2007

 

Ich bin 33 Jahre alt. Mein Problem war das Schwitzen vor allem im Gesicht und zweitrangig auch an den Händen und unter den Achseln.
Gleichzeitig hatte ich aber auch das "Ery"-Problem, weshalb mein Bericht auch
hierher passt.
Bei meinen mehrmaligen Besuchen bei Dr. Schick hat er mir zunächst Medikamente verschrieben, mit denen ich es erst mal versuchen sollte, bevor ich mich zu einer OP entscheide. Von der OP hat er mir eigentlich sogar abgeraten, insbesondere deshalb, da aufgrund der bereits bestehenden Schwitzzustände verstärktes kompensatorisches Schwitzen zu erwarten wäre.
Insgesamt ein halbes Jahr lang hab ich es dann halt mit Vagantin, Belladonnysat und Sormodren versucht.
Letztere zwei waren erfolgreich, gleichzeitig zogen sie aber meinen Kreislauf sehr runter, so
dass ich letztendlich unzufrieden war. Nach langem Überlegen und nachdem ich übrigens auch alle Berichte hier gelesen habe, hab ich mich dann doch entschieden, das Risiko einer OP auf mich zu nehmen.
Die war nun am 23.5.07. Als ich einen Tag vorher in der Klinik in München zu den Voruntersuchungen ankam, wurde ich gleich auf mein Zimmer verwiesen, wo schon ein gleichaltriger "Kollege" wartete, der nahezu die selben Symptome hatte. Das fand ich dann gleich ganz angenehm, weil man so für alles was dann  kam, immer einen da hatte, mit dem man sich darüber austauschen konnte.
(Allerdings war ich in einem Vierbettzimmer untergebracht, und da war es dann doch etwas schwer zur Ruhe zu kommen.)
 
Nach etlichen Voruntersuchungen und Besprechungen mit Schwestern, Stationsarzt, Narkosearzt und natürlich auch Dr. Schick war der erste Tag vorübergebracht und in nervöser Erwartung der OP konnte ich erstmal nicht schlafen und hab mir noch ein Schlafmittel geben lassen.
 
Die OP war ganz früh morgens und dauerte zwei Stunden. Länger als normal, da die Nerven bei  mir links sehr verwachsen waren. Es wurde auch eine ganz neue Art von OP durchgeführt,  nämlich das Clipping nur an den Nervenzuflüssen zu T2 und T3, also nicht direkt an den Nerven am Hauptstrang. Dies ist eine Methode die zwar nicht ganz so effektiv sein soll, aber dafür auch weniger Nebenwirkungen (KS) verursache. Die Erfolgsrate insgesamt sei jedoch auch etwas geringfügiger als die herkömmliche Methode.
 
Tja, und so war die OP dann auch bei mir erstmal nicht vollständig erfolgreich, weil auf der rechten Seite ich weiterhin an der Hand und unter der Achsel schwitze. Der Temparaturunterschied der da zwischen den Händen entsteht ist echt gewaltig.
Auf der linken Seite jedoch war es jedoch voll erfolgreich, Achsel und Hand sind trocken.
Zum Glück ist die Hand aber nicht so staubtrocken, dass ich cremen müsste, wie manche hier schreiben. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass halt nicht der direkte Nerv geklemmt wurde. Aufgrund der nun schon seit der OP konstant bleibenden Situation bin ich asymmetrisch, was eine neue OP erforderlich macht.
Jedoch möchte ich erstmal paar Wochen ins Land gehen lassen und mir das sonstige Ergebnis der OP betrachten, bevor ich zu einer Nach-OP gehe. Die Nach-OP plan ich aber schon fest, und Dr. Schick will dann rechts direkt den Nerv T2 am Hauptstrang abklemmen.

Kompensatorisches Schwitzen hab ich insbesondere an den Oberschenkeln und am Gesäss. Heute den ganzen Tag erstmals gar nicht. Stark war es aber die letzten zwei Tage, als es so heiss war.
Da wars dann auch fast erforderlich mehrmals die Hose zu wechseln. Und ich muss sagen, das ist fast noch doofer als das Hemd zu wechseln. Wenn ich mir überlege, dass halt nicht nur durch das "Trockenlegen" des Kopfes KS entstanden ist, sondern halt jetzt auch durch die Hände und die Achseln, so muss ich fast sagen, dass ich auf die Hände
und die Achseln doch lieber verzichtet hätte und dafür etwas weniger KS hätte. Aber das lässt sich halt wohl dann doch nicht so konkret begrenzen und muss ich halt wohl so hinnehmen.
 
Was kleines Negatives gibts auch noch: Die Nase ist auch asymmetrisch, weil das Nasenloch links plötzlich deutlich enger geworden ist. Wie Dr. Schick meinte, könnte das wohl an einem Schlauch liegen, der während der OP an der Nasenhälfte angeklemmt
wurde. Ich hoffe mal, das regeneriert sich wieder und liegt nicht daran, dass der abgeklemmte Nerv hier mitspielt.
 
Weshalb ich mit der OP, so wie sie bisher war, trotz allem zufrieden bin, liegt am Kopf.
Der ist vollständig "cool". Kein schwitzender oder roter Kopf mehr. Es war die letzten Tage sehr heiss, teilweise 30 Grad, trotzdem blieb mein Gesicht trocken, was für mich echt ein Triumph ist.
Genauso verhält es sich in Stresssituation, die bisher auch immer starke Reaktionen im Gesicht auslösten, allerdings gabs solche Situationen die letzten Tage kaum.
 
Mein Allgemeinzustand ist jetzt eine Woche nach der OP ganz gut.
Mir gings übrigens bereits zwei Tage nach der OP wieder bestens. Die zwei Tage nach der OP hatte ich halt etwas Schmerzen im Brustbereich beim Atmen und auch sonst musste halt mein Kreislauf erst wieder in Schwung kommen.
Insgesamt fühl ich mich mit dem bisherigen Ergebnis der OP sehr gut und bin konstant sehr ausgeglichen, was vorher häufig nicht so war.

Zu Dr. Schick kann ich sagen, dass er sehr kompetent und erfahren wirkt, ausführlich und freundlich auf alle Fragen eingeht und täglich auch zweimal zur Visite gekommen ist.
 
Mein "Kollege" übrigens, der direkt nach mir absolut identisch operiert wurde, war beidseitig erfolgreich, zumindest nach meinem letzten Stand.
 
Werde euch Updates nachreichen.

Chris
 

update 06. Juli 2007
 

Das Ergebnis der OP durfte ich jetzt die letzten Wochen bei zwischendurch auch mal
heissem Sommerwetter austesten. KS hab ich bemerkt am Rücken, Bauch und an den Oberschenkeln.
Sobald es mehr als 27 Grad hat, macht es sich bemerkbar und ab 30 Grad wird es dann etwas störend.
Aber dennoch möchte ich nicht mit der Situation vorher tauschen, das war nämlich eindeutig immer noch erheblich schlimmer. Das tollste vor allem: Seither nicht einmal noch ein rotes oder schwitzendes Gesicht!
Und das obwohl die Clips nach der ersten OP nur einseitig Wirkung zeigten. Entsprechend sollte es vielleicht auch eine Überlegung sein, bei Ery es nur mal mit einseitig T2 zu versuchen, insofern man mit einseitig trockener Hand klarkommt.
Dr. Schick meinte, dass es solche Überlegungen früher auch schon mal gab.
Ich hatte letzte Woche jetzt die zweite OP und hab mir links den T3 wieder wegnehmen lassen und rechts T2 nachbessern lassen, so dass ich jetzt beidseitig nur noch T2 habe.
Dem lag folgende Überlegung zugrunde:
Ich hatte mich gesonnt bei knapp 30 Grad und da wurde die linke Achsel heiss,
unglaublich heiss, auch mehrere cm um die Achsel herum war alles rot und der Rest vom Körper hat natürlich versucht diese Übertemperatur, die die Achsel selbst nicht reguliert, zu regulieren. Und da ist mir bewusst geworden, dass ich die Achsel
nicht wirklich so derart trocken haben will. Das fühlt sich nicht gut an. Nachdem ich ja zweimal geclipst wurde, also T2 und T3, hab ich mich dann entschieden T3 wieder rückgängig machen zu lassen. Das schwächt dann vielleicht Gesicht und Hände minimal ab, aber die Achsel müsste damit auch wieder zurückkommen und gleichzeitig das KS sich verringern. So meine Überlegung.
Bis jetzt hat sich betreffend der Achsel noch gar nichts verändert, aber das wird wohl noch etwas dauern, bis sich da was tut.
Das Clippen von T2 rechts (nun am Hauptstrang) hat die Wirkung im Gesicht für mich damit noch verstärkt und zudem hab ich  jetzt rechts auch eine trockene Hand und tue mich beim Zugehen auf andere Leute damit wesentlich leichter.
Insgesamt gesehen bin ich bis jetzt sehr zufrieden mit dem Ergebnis, und hoffe dass es so anhält.
Es ist ein neues Lebensgefühl und ich ärgere mich bisschen, dass ich nicht schon früher die OP gemacht habe.

Chris