-
bericht bienchen
arzt: dr. tarfusser

 

 

geschrieben von Bienchen am 17. Januar 2007

Ich bin mittlerweile 30 Jahre alt und wurde durch die Ery während meiner Studienzeit, Berufsorientierung und Arbeitseinstieg, aber auch in meinen sozialen Kontakten massiv beeinträchtigt. Zwei Jahre Psychotherapie, Psychopharmaka und Homöopathie haben mich von meiner Ery nicht befreien können. Nach einem traumatischen Erlebnis vor mehr als drei Jahren habe ich erstmals mit dem Gedanken gespielt eine ETS durchführen zu lassen. Zahlreiche Rückschläge später, im Herbst 2006, hielt mich nichts mehr zurück. Ich wollte endlich die Art von Leben führen, die ein neugieriger und lebenshungriger Mensch als beglückend empfindet. Also nahm ich telefonisch Kontakt mit Dr. Ivo Tarfusser in Meran auf. Er nahm sich mehr als eine Stunde Zeit für mich. Zuerst sollte ich von meinem Leidensdruck und bisher in Angriff genommenen Therapien berichten. Anschließend erklärte er mir das Verfahren und die zu erwartenden Ergebnisse. Beeindruckend fand ich seine Empathie und Menschlichkeit.

Ich wollte einen OP-Termin Ende Dezember, obwohl Dr. Tarfusser auch relativ kurzfristig Zeit gehabt hätte.

Am 27. Dezember 2006 fuhr ich mit meinem Freund nach Meran. Ich nahm eine Erkältung aus dem neblig-nassen Wien mit.

Ab Mitternacht galt Eß- und Trinkverbot.

28.12.2006

Eher vergesse ich meinen Geburtstag als dieses Datum!

Um 8 Uhr treffen mein Freund und ich Dr. Tarfusser (drahtig, blass, strahlende Augen). Noch einmal erklärt er worum es geht, macht Skizzen, hört zu und lässt durch seine kompetente und herzliche Art den letzten Hauch eines Zweifels verschwinden. Man bringt mich in mein Zimmer, das ich mit einer sehr sympathischen, älteren Südtirolerin teile. Ich fülle Fragebögen aus und übergebe Blutbefund und EKG an Dr. Friedrich, den Anästhesisten. Wegen der Erkältung hört er sicherheitshalber meine Lunge ab. Die ist zum Glück frei. Außerdem werde ich hoch dosierte Antibiotika bekommen.

10.00: rein in Kittel und Strümpfe. Dr. Friedrich führt mich in den OP. Die Narkose wirkt ungemein schnell.

Etwa gegen 11.00 werde ich schon wieder in mein Krankenzimmer geschoben. Alles scheint gut gelaufen zu sein. Hände und Füße zittern vor Kälte ein wenig, ich bekomme einen Heizstrahler. Sehr nette Schwestern messen im Viertelstundentakt Puls und Blutdruck, verabreichen Infusionen und Schmerzmittel. Mein Freund wacht über dem Bett. Bin sehr, sehr durstig, trinken führt aber leider noch zu Erbrechen. Noch etwas schwach und benommen. Leichte Schmerzen im Brustkorb. Mein Husten ist halt nicht gerade förderlich. Am Nachmittag klappt das Trinken endlich. Um 16:00 rollt mich eine Schwester zum Lungenröntgen.

Am Abend schaut Dr. Friedrich nach mir. Während der Nacht bin ich oft wach, der Husten nervt, sonst alles in Ordnung. Die Beine fühlen sich heiß an, meine Hände sind sehr warm und trocken. Immer wieder schauen die Schwestern vorbei, geben noch mal Antibiotika, Schmerz- und Schlafmittel…

29.12.2006: Der 1. Tag meines neuen Lebens

Mein Freund ist um 8:00 da, um 9:15 macht Dr. Tarfusser seine Visite. Ich glaube ich strahle vor Glück. Er gibt mir Schmerzmittel für die sechsstündige Heimfahrt und wünscht alles Gute. Während der Autofahrt habe ich noch leichte Schmerzen im Brustkorb, doch eine zaghafte Freude macht sich breit.

In der Nacht schwitze ich ziemlich stark an den Beinen und am Oberkörper, die Schmerzen lassen von Stunde zu Stunde nach.

 

30./31.12.2006

Keine aufsteigende Hitze beim Kaffeetrinken, Haareföhnen,.etc. warme Füße, Beine, trockene und warme Hände, trockene Gesichtshaut, sehr blasse Gesichtsfarbe.

 

1. Woche nach ETS

Keinerlei Schmerzen mehr, Nachschweiß verschwunden. Kein beschleunigter Puls, wenn ich überfüllte Bars/Restaurants betrete, keine roten Wangen oder Ohren, nicht einmal beim Rotwein- Trinken. Ich bin in meinem Auftreten jetzt schon viel lauter!

 

2. Woche

Ich teste mich so oft wie möglich, begebe mich in Situationen, in denen ich mich früher unwohl fühlte. Langsam beginne ich dem Ergebnis zu trauen und mich auf das Leben zu freuen.

Erstmals werde ich im Drogeriemarkt Rouge kaufen müssen!

Demnächst melde ich mich bei Dr. Tarfusser um ihn einen Bericht zu geben.

 

Die Entscheidung für die ETS bei Dr. Tarfusser ist die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens. Jetzt geht es los!

Ich gebe euch ein update meiner Erfahrungen. Vergeudet keine Zeit (ich selbst habe 16 Jahre gelitten), lasst euch helfen!

Bienchen