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bericht anna
arzt: dr. tarfusser

 

 

geschrieben von Anna2 am 02. Mai 2002

Da mein Rotwerden seit ca. 2 Jahren immer

unerträglicher wurde habe ich verzweifelt nach

irgendeiner Hilfe gesucht. Zuerst habe ich mit meiner

Hausärztin über das ganze geredet, die es allerdings

wenig ernst nahm und mir gleich von Beginn an fast die

Hoffnung.

Ich habe also angefangen im Internet zu suchen und da

war diese tolle Seite.

Leider haben dann verschiedene Dinge gar nichts

bewirkt.

Autogenes Training brachte nichts. Die einzige

Möglichkeit es zu erlernen war in einem Gruppenkurs -

der reinste Horror. Während alle sich entspannten

wurde ich immer roter, mein Herz raste und ich

schwitzte total.

Danach versuchte ich es zu Hause. Solange ich alleine

war klappte es zwar ein wenig, nur unter Leuten war

von meinen Versuchen nichts mehr zu bemerken.

Auch die Therapie bei einer Psychotherapeutin war

komplett erfolglos. Sie schien einfach nicht zu

verstehen wie groß mein Leidensdruck eigentlich war.

Ihre Konfontationstherapie in Ehren, aber sie machte

alles noch schlimmer.

Also kurzer Entschluß. Anruf bei Dr. Tarfusser. Die

Überwindung war schon sehr groß zum Hörer zu greifen,

somal ich schon Angst vor einer normalen Spritze habe

und mir gewunschen habe nur nie ins Krankenhaus zu

müssen. Dr. Tarfusser war total freundlich und

verständnisvoll. Meine Krankengeschichte haben wir

dann schon am Telefon besprochen und nicht einmal 2

Wochen später hatte ich auch schon einen Termin.

Dieser war am 09.04. Da ich keine so langen Anfahrt

habe (ca. 3 Stunden) sind mein Freund und ich am

Vortag mit dem Auto nach Meran gefahren.

Von Meran selbst habe ich so gut wie nichts gesehen.

Wir haben uns dann ca. 2 km außerhalb ein Zimmer in

einer kleinen Pension genommen.

Schlafen konnte ich allerdings kaum. Ich war viel zu

aufgeregt, habe nur nachgedacht und hin und her

überlegt, ob das nun richtig ist oder nicht.

Irgendwie habe ich es dann doch geschafft am nächsten

Tag um 09.00 Uhr in der Klinik zu sein.

Die Aufnahme ging sehr schnell und alle waren sehr

freundlich. Ich bekam mein Zimmer, zusammen mit einer

älteren Dame aus Italien und wartete dort auf Dr.

Tarfusser.

Mit ihm sprach ich dann noch fast eine Stunde, noch

einmal kurz über meine Krankengeschichte, dann

erklärte er mir die OP. Er ist wirklich sehr

freundlich und kompetent. Ich sagte ihm auch, dass ich

große Angst vor der Operation hätte und er versprach

mir ein Beruhigungsmittel.

Danach in meinem Zimmer wartete ich noch auf Dr.

Friedrich, den Anästhesisten. Auch er war sehr nett,

füllte mit mir noch einen Fragebogen aus und brachte

mir ein Beruhigungsmittel.

Das wirkte zum Glück. Ca. 1 Stunde später wurde ich

abgeholt und in den OP-Saal geschoben. Ohne dieses

Beruhigungsmittel wäre ich glaub´ ich gleich wieder

aufgestanden und gegangen. So nahm ich alles ziemlich

gelassen hin. Ich hatte zwar Angst, doch nicht mehr so

große wie vorher.

Im OP selber ging alles sehr schnell. Die Narkose

wirkte gleich. Beim 3. Einatmen war ich weg.

Als ich in meinem Zimmer aufgewacht bin hatte ich

eigentlich keine großen Schmerzen. Nur war mir

irrsinnig schlecht und ich mußte mich gleich mal

übergeben. Dann bin ich immer wieder eingeschlafen.

Dazwischen ist mein Freund dann gekommen, der bis am

Abend an meinem Bett gesessen ist. Und andauernd kam

eine Schwester meinen Blutdruck messen. Essen konnte

ich absolut keinen Bissen, nur eine Schale Tee brachte

ich runter. Irgendwann kam Dr. Tarfusser vorbei und

erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden. Kurz darauf

besuchte mich auch Dr. Friedrich.

Ich habe dann bis am Abend ca. 3 Schmerztabletten

genommen und eine Schlaftablette.

Allerdings war ich schon um 5 Uhr wieder putzmunter.

Das Frühstück ging dann doch schon runter und kurz

darauf kam Dr. Tarfusser. Er sagte, die OP wäre ohne

Komplikationen verlaufen, erklärte mir noch einige

Sachen und gab mir für die Heimfahrt noch 3

Schmerztabletten mit.

Auch Dr. Friedrich kam sich noch verabschieden.

Um ca. 09.00 Uhr sind wir dann gefahren.

Gezahlt habe ich ca. 2900 Euro. Mitbekommen habe ich

alle Rechnungen, Op Bericht und einen Bericht von Dr.

Tarfusser. Das Alles habe ich nun bei meiner

Krankenkasse eingereicht. Bis jetzt habe ich

allerdings noch keine Antwort. Ich hoffe, dass ich

wenigstens einen Teil zurückbekomme.

Die Heimfahrt war dann sehr anstrengend. Ich hatte

Schmerzen und nach der 50. Bodenwelle wünschte ich mir

mein Bett herbei.

Jetzt ist die Operation ca. 3 Wochen her. Die

Schmerzen sind ganz weg, ab und zu spüre ich noch

einen leichten Druck in der Brust.

Und: Ich bin seitdem NIE wieder rot geworden!!!

Am Anfang war ich total unsicher. Doch es ist nichts

passiert. Situationen, die für mich vorher der reinste

Horror waren habe ich gemeistert. Zwar hatte ich ein

mulmiges Gefühl und fühlte mich nicht sehr wohl, aber

ich wurde nicht rot. Es war einfach unfassbar. Ich

fühl mich jetzt irgendwie wie ein neuer Mensch.

Endlich kann ich was sagen ohne gleich knallrot

anzulaufen. Vorher habe ich mich regelrecht aus allem

herausgehalten, vorallem in meinem Job, obwohl ich

ganz gute Ideen gehabt hätte.

Ich kann einfach ganz anders leben - echt super!

Meine Hautfarbe ist genauso wie früher. Ich habe

leicht rote Backen, aber ich werde eben nicht mehr

rot.

Und auch, wenn die Wirkung wieder nachlassen sollte:

Ich denke so schlimm kann es gar nicht mehr werden.

Denn mit der Zeit bekommt man immer mehr

Selbstvertrauen. Das merke ich schon nach 3 Wochen.

Man geht viel lockerer an alles heran, wenn man weiß

man wird nicht gleich knallrot.

Ich wünsche allen, die auch eine ETS machen 

ALLES GUTE!
 
Anna