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bericht peter
amalgamentfernung

 

 

Geschrieben von Peter am 23.Januar 2003

Hallo zusammen,
 
ich bin seit meiner Jugend, wie viele hier, von dem Symptom des schnellen Errötens in unterschiedlichen Lebenssituationen betroffen. Ohne das Erröten wäre vieles anders gekommen. Da könnt ihr mir sicher beipflichten. Mittlerweile bin ich 43 und noch immer ist es ein zentrales Thema in meinem Leben, das mich täglich begleitet.
Würden alle Menschen rot werden, wenn sie sich begegnen oder plötzlich angesprochen werden, wäre es also ein ganz normales Verhalten so zu reagieren, so müsste es bald eine andere Seite geben, auf der sich Menschen wegen ihrer fehlenden Röte austauschen würden.
Nun gut, so weit sind wir noch nicht. Also bleibt uns nichts anderes übrig, uns mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Je mehr wir es aber tun, umso mehr wir den Fokus auf dieses Verhalten richten, umso ausgeprägter kann unsere Reaktion werden. Ich bin fast überzeugt: Würden wir auf den Kopf fallen, dabei unser Gedächtnis und dabei die Reiz-Reaktionsmuster verlieren, vergessen, so würden die meisten von uns so gut wie gar nicht mehr erröten. Sicherlich ist es so, dass wir alle eine ausgeprägte Sensibilität haben, die unser Verhalten begünstigt und verstärkt. Aber zugegebenermaßen ist es doch so, so erlebe ich es jedenfalls, dass ich so gut wie gar nicht erröte, wenn meine Freundin mich plötzlich überrascht, auf der anderen Seite dies aber fast immer geschieht, wenn ein Arbeitskollege überraschend das Büro betritt. Früher geschah es immer mal wieder in extremen Zeiten, dass ich auch dann errötete, wenn ein Gegenstand plötzlich auf den Boden fiel und ich sonst allein war.
Im Laufe der Jahre habe ich nun die Erkenntnis gewonnen, dass mein Erröten mehrere grundsätzlich verschiedene Ursachen hat. Überprüft das doch bitte mal bei euch.
 
1. ) genetische Disposition
2. ) angelerntes (unbewusstes) Reiz-Reaktion Verhalten
3. ) Mangelerscheinungen durch fehlende Salze, falsche Ernährung…
4. ) Vergiftungserscheinungen

Zu 3.) und 4.) kann ich gute bis sehr gute Erfolge berichten. Ich litt Jahr unbewusst unter einer schweren Amalgamvergiftung. Das im Amalgam enthaltene Quecksilber ist ein schweres Nervengift, das sich über die Jahre im Nervengewebe und Gehirn ansammelt und über den Intrazellulärraum langsam in den Blutkreislauf abgegeben wird und dort seine Wirkung auf den Körper entfaltet. Hier gehören u. a. starkes Schwitzen und andere neuronale Symptome. Zum anderen kann auch das Hormonsystem schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Das hat wiederum Auswirkung auf das Nervensystem – ein Teufelskreislauf. Auf meinem langen Weg, die Ursachen für mein extremes Schwitzen und Erröten zu finden, fand ich erstmals Hilfe durch Beseitigung der Schwermetallvergiftung. 20 meiner Zähne waren mit Amalgamplomben übersät. Nach Sanierung und zweijähriger Entgiftung hat sich mein Zustand erheblich verbessert. Seit dieser Zeit schwitze ich nur noch äußerst selten. Auch ein Händedruck, der früher eine Qual war, ist kein Problem mehr - welch eine Erleichterung zu damaliger Zeit.
Das war vor 10 Jahren. Das ließ mich aber nicht ruhen, da ich immer noch übermäßig und unverhältnismäßig errötete. So bin ich dann zur Therapie gekommen. Ich habe durch mehrjährige Körperarbeit gelernt mehr Liebe zu mir und mein Verhalten zu gewinnen. Nebenbei habe ich dabei Menschen von unschätzbarem Wert kennen gelernt, zum Teil noch enge Freunde von heute. Die Therapie hat mir Mut gegeben, mich in Situationen hinein zu versetzen, die ich gerne schon früher erlebt hätte, wenn ich denn nicht so erröten müsste. Situationen, die meinem Naturell entsprechen. Ich bin ein neugieriger, aktiver und geselliger Mensch. Am liebsten würde ich auf der Bühne und im Mittelpunkt stehen. Zunächst ganz zaghaft aber vom Erfolg ermutigt, habe ich mich ausprobiert. Jedes mal, z.B. nach einem Vortrag bin ich anfangs Stunden, später dann Tage ganz sicher und unbekümmert herumgelaufen. Das zeigt, dass Punkt 2.) nicht für alle Zeiten Bestand hat. Trotz dieser Erfolge stellten sich immer wieder Rückschläge ein mit Ausnahme des Schwitzen, das nicht wieder verstärkt erschien. Also musste noch etwas anderes außer Punkt 2.) Ursache für diese Rückschläge sein, war ich überzeugt. Nach einer gewissen Zeit bin ich dann wieder bei meinen Zähnen gelandet. Ich geriet an ein aufregendes Buch zum Thema „toter Zähne“ (Rosemarie Mieg „Krankheitsherd Zähne“). Nachdem ich das Buch gelesen hatte, hatte ich erst einmal den Kaffe auf. Ihr könnte euch gar nicht ausmahlen, was tote Zähne für furchtbare Folgen haben können. Sie können z.B. ein ebenfalls schweres Nervengift ausschütten mit all seinen Folgen. Ein toter Zahn ist eine vor sich hin gammelnde Leiche. Reste von beseitigtem Nervengewebe (solche Reste gibt es fast immer) zersetzen sich nach und nach und bilden diese Gifte. Nach diesem Schock habe ich mich dann entschlossen alle toten Zähen (4 an der Zahl) zu ziehen. Dazu gehörten auch ein Eckzahn und ein Schneidezahn. Ein immenser Aufwand, der sich über eine weiteres Jahr hinzog. Am selben Tag der Beseitigung meines linken Eckzahnes verschwand mein seit über Jahre bestehendes Knieproblem für alle Zeiten. Na sagen wir mal für die nächsten zwei Jahre. Solange ist das nun her. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, hatte bei meiner erneuten Sanierung auch gar nicht daran gedacht. Erst nach diesem Phänomen habe ich noch mal die energetische Verbindung dieses Zahnes mit dem Knie im Buch nachlesen können. Manchmal erfüllen sich ganz ungefragt Wünsche. Zurück zum Erröten: Auch hier habe ich eine spürbare Verbesserung erfahren in Anzahl und Stärke der Reaktionen. Ich führe dies in erster Linie auf die Stabilisierung und bessere Regulierung des hormonellen Systems zurück.
Der nächste Schritt bestand für mich in einer völligen Umstellung meiner Ernährung: Trennkost, viel vegetarische Kost, nicht zu wenig aber auch nicht zu viel Obst, wenig oder gar kein Fleisch, Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium (Schüsslersalze, Brausetabletten). Reduzierung von Rotwein, der histaminhaltig ist und über den Leber- Hormon-Kreislauf zur Reizung des Nervensystems führt und zur Überschwemmung mit Hormonen führen kann. Die Reaktion kann dann alsbald oder verzögert nach mehreren Tagen eintreten. Konnte ich bei mir auch verifizieren. Gleiches gilt auch für Nüsse, die ebenfalls histaminhaltig sind.
Ich bin noch nicht am Ende meiner Suche. Der Ehrgeiz scheint noch kein Ende zu nehmen. Seit dem Höhepunkt meiner Beschwerden vor 10-15 Jahren ist Besserung um mindestens 70 % entstanden. Es gibt aber immer wieder Zeiten, wo die Symptome recht stark werden. So bleibt der Wunsch nach weiterer Verbesserung. Wir leben halt nicht in einer Welt indem das Erröten die VIP-Karte stellt. Zumal ich das Gefühl habe, noch nicht alles gefunden zu haben. Der Punkt 1.) „genetische Disposition“ ist auch nicht ganz zu leugnen. Mit der Zeit bildet sich halt dieses Reiz-Reaktionsmuster-Gedächtnis, dass sehr stabil ist. Das „umzuprogrammieren“ bedarf es einer längeren Zeit oder dem Zufall „richtig“ auf den Kopf zu fallen. Daher ist es auch immens wichtig, so früh wie möglich mit dieser Umprogrammierung zu beginnen - die Kunst sich nicht zu wichtig zu nehmen (und damit die Reizgewichtung herunterzusetzen) und zum anderen unbequeme Situationen mehr und mehr suchen und damit in Gewohnheiten zu wandeln. Glaubt mir, ich weiß, dass dies nicht gerade leicht ist.
Die ets ist eine Verlockung, von der ich mich auch angezogen fühle. Aber sie ist problematisch, da andere, weitergehende Ursachen nicht behoben werden. Das Symptom kommt woanders raus, solange die Ursache nicht beseitigt ist. Ich bin mir nicht sicher, dass der Nerv im Rücken die Ursache ist. Wie schon jemand von euch sagte: Die Adrenalinausschüttung des vegetativen Nervensystems sucht sich nun einen anderen Weg um den geclampten Nerv herum und sorgt somit für neue Errötungsprobleme. Wer von euch kann behaupten, nach mehr als zwei Jahren nach erfolgter Operation nicht mehr zu erröten. Vielleicht ist es nicht mehr so belastend, aber die Symptome verändern sich zum Beispiel hin zu übermäßiges Schwitzen oder ähnliches. Ich habe großen Respekt vor denen, die sich zu der Operation entschlossen haben, da dies ziemlich viel Mut und Verzweiflung bedarf.
Ich möchte hiermit Mut machen, nochmals zu überprüfen, welche Ursachen maßgeblich zur Symptomatik beitragen. Ich hoffe euch vielleicht ein paar neue Impulse geben zu können. Mir hat das Schreiben alleine sehr gut getan, da ich mich an Gleichgesinnte und Gleichbetroffene richten kann, die allesamt auch stolz auf ihre Feinfühligkeit und ihre ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeiten sein können. Eure Freunde werden es euch sicher bestätigen.
Ich bin für meinen Teil auch dankbar für die positiven Folgen der Beeinträchtigungen.

Herzliche Grüße und einen schönen Tag
Peter