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bericht adrienne
ärzte: dr. schick

 

 

geschrieben von Adrienne am 07. März  2006

Hallo, Ihr Lieben! Da ich wie viele andere auch jahrelang unter Erythrophobie gelitten und mich daher vor 3 Monaten zur Operation entschieden habe, möchte ich Euch nun darüber berichten.

Das Erröten habe ich das erste Mal bewusst in der 8. Klasse wahrgenommen, gestört hat es mich damals aber – im Vergleich zu bis vor ein paar Monaten – kaum. Zugenommen hat Ery mit dem Start ins Berufsleben. Ich wurde fast täglich rot, und dazu noch teilweise „grundlos“, also wenn man mich überraschenderweise ansprach, begrüßte... das kennt Ihr sicherlich.

Besprechungen und das Stehen im Mittelpunkt... das war die Hölle für mich. Meine Haare mochte ich schon gar nicht mehr zusammenbinden, da die offenen Haare mir ein Gefühl von Sicherheit gaben, obwohl das rote Gesicht trotzdem zu sehen war.

Irgendwann wurde ich auch bei Freunden oder in der Familie rot. Es verging kein Tag, an dem ich nicht an dieses Problem dachte. Ich probierte alles Mögliche aus: Homöopathie, Antidepressiva, Enthemmungsmethode, begab mich sogar in eine Therapie, verschlang Informationen aus dem Internet, las Bücher... Aber nichts half, und ich wurde immer deprimierter, da ich mich absolut machtlos fühlte gegen das, was mein Körper mit mir tat.

Die OP kam lange nicht für mich in Frage, da ich Angst vor den Komplikationen und Nebenwirkungen hatte. Doch eines Tages war ich mal wieder so deprimiert, dass ich mich dazu

entschied, ein Informationsgespräch mit Herrn Dr. Schick in München zu führen. Ich wollte es mir erst einmal anhören und dann entscheiden, ob ich den Schritt zur OP wage.

Das Gespräch mit Dr. Schick war sehr informativ und ausführlich, und das Wichtigste war:

Er hatte mein vollstes Vertrauen. Nach einigen Tagen Bedenkzeit ließ ich mir einen OP-Termin im August 2005 geben. Ich hatte mir extra Urlaub genommen, um mich im Nachhinein in Ruhe regenerieren zu können.

Als ich dann in München ankam, hatte ich ein mulmiges Gefühl, aber ich dachte mir:

„Entweder Du tust es jetzt, oder es wird sich nichts an Deiner Situation ändern.“

Für mich war es die einzige Chance, Ery zu bekämpfen.

Das ganze Umfeld war sehr freundlich, ganz zu schweigen von Dr. Schick, der sehr sympathisch ist. Ich teilte mein Zimmer mit zwei Leidensgenossinnen, so dass wir uns

unsere Angst und Spekulationen darüber, wie’s wohl werden würde, gegenseitig etwas nehmen konnten.

Es erfolgten einige Voruntersuchungen, und am nächsten Morgen war es soweit. Ich wurde in den OP-Saal geschoben und bekam die obligatorische Vollnarkose. Als ich nach der OP

wieder erwachte, merkte ich einen Druck auf der Brust und leichte Schmerzen beim Atmen.

Die OP ist komplikationslos verlaufen, und auch meine Augen waren ok (ich hatte am meisten Angst vor dem Horner-Syndrom).

Nach 1 Tag war ich wieder relativ fit, konnte schon herumspazieren, und mit Hilfe der Schmerztabletten konnte man die Situation gut meistern. Am 2. und 3. Tag wurde es immer besser, so

dass ich „schmerzlos“ am letzten Tag die Klinik verlassen konnte.

Anfangs konnte ich noch gar nicht so richtig testen, ob ich erröte oder nicht, da ich einfach nicht in Extremsituationen geriet. Doch jetzt im Laufe der 3 Monate stelle ich fest, dass ich nicht mehr

erröte. Ich bin wesentlich lockerer im Beruf und im Alltag, fühle mich sicherer – und kann endlich die Haare so tragen, wie ich möchte :o)

Manchmal spüre ich eine leichte Hitze im Gesicht, doch das wird von Mal zu Mal weniger und kommt relativ selten vor. Der Körper muss sich erst an diese neue Situtation gewöhnen. Schließlich hat sich Ery in unserem ganzen Verhalten über Jahre regelrecht „eingebrannt“.

Laut Dr. Schick kann es im schlimmsten Fall wieder dazu führen, dass sich die Nerven regenerieren und das Erröten wiederkommt – jedoch bei weitem nicht mehr so stark wie vorher.

Mit diesem Risiko muss man leben.

Zum kompensatorischen Schwitzen kann ich folgendes sagen: Ich schwitze seit der OP wesentlich mehr im Rücken-/Brustbereich und vor allem an den Beinen (Hände, Gesicht und Arme sind trocken). An diese Situation muss man sich erst einmal gewöhnen. Doch mit entsprechender Kleidung und einem guten Deo ;o) kann man damit gut umgehen.

Im Vergleich zu den Problemen, die man mit Ery hatte, ist dieses hier fast keines...

Ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein, denn meine Lebensqualität hat sich dadurch deutlich verbessert! Ich würde diese OP auch jederzeit wieder von Dr. Schick durchführen

lassen. Er hat mein vollstes Vertrauen, Respekt und Anerkennung für seine Leistung.

Solltet Ihr Fragen haben, so könnt Ihr mir gerne schreiben: eryinfo@yahoo.de

Ich wünsche Euch alles Gute – und die für Euch richtige Entscheidung.

Herzliche Grüße,

Eure Adrienne